Wolfgang Krieger (Hg.)

Geheimdienste in der Weltgeschichte

Spionage und verdeckte Aktionen von der Antike bis zur Gegenwart
Cover: Geheimdienste in der Weltgeschichte
C. H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406502484
Gebunden, 379 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Das Bedürfnis der Mächtigen dieser Welt ihre Gegner im In- und Ausland auszuspähen und strategische Vorteile zu erlangen, ist kein Phänomen der Moderne. Welche Methoden von der Antike bis zur Gegenwart für diesen Zweck eingesetzt wurden, welche Geheimdienste es gab, welche spektakulären, nicht immer legalen Aktionen auf ihr Konto gingen und welche Namen - wie jener der unglücklichen Mata Hari - auf immer damit verbunden bleiben, wird in diesem Band erzählt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2003

Schon die Tatsache, dass die Wissenschaft nun auch im deutschen Raum beginnt, sich mit der Geschichte der Geheimdienste zu beschäftigen, ist für den Rezensenten, den ehemaligen Ersten Direktor des BND Volker Foertsch höchst begrüßenswert. Darüber hinaus sind die einzelnen Aufsätze des Bandes zwar, wie er meint, "unterschiedlich" gelungen, aber doch in der Mehrzahl informativ. "Hervorragend" findet er den Text über Spionage im Alten China, wo Sun Zi bereits feststellte: "Es gilt als primitiv, sich bei Militäraktionen nicht der Spionage zu bedienen." Neues und Interessantes erfahre man im Kapitel zu den Oxford-Spionen Blunt und Philby, die Aufsätze zu Günter Guillaume und BND-Gründer Reinhard Gehlen sieht Foertsch allerdings kritischer. Fraglos sei die Auseinandersetzung mit den Geheimdiensten im angelsächsischen Raum umfangreicher und "tiefgründiger" - den Band aber lobt der Rezensent dennoch als "wichtigen Beginn".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2003

Die Welt der Geheimdienste und Spione hat seit jeher die Phantasie von Autoren beflügelt. Wolfgang Krieger, Herausgeber des Bandes "Geheimdienste in der Weltgeschichte", will das Thema allerdings nicht "phantasievollen Sachbuchautoren und Journalisten" überlassen, berichtet Rezensentin Julia Encke. Seriöse Historiker sollen sich damit beschäftigen! Encke sieht die Schwierigkeit der geheimdienstlichen Geschichtsschreibung darin, dass Historiker, auf Quellen angewiesen, in verschwiegenen Dienstangelegenheiten mehr noch als sonst auf unüberwindliche Sperrfristen stoßen. Bei Fällen, die lange zurückliegen, ist das kaum problematisch. Encke hebt diesbezüglich hervor, dass die Historiker in Kriegers Aufsatzsammlung umso entschiedener in ihrem Element sind, je weiter die Spuren der Geheimdienst-Aktivitäten zurückliegen und je höher das zeitgenössische Maß an Bürokratisierung war. Albert Pethös Beitrag über den Hochverrat des k.u.k.-Eliteoffiziers Redl oder Gerhard Hirschfelds Aufsatz über die "spy mania" der Mata-Hari-Zeit und die "erotische Spionin" als Erfindung internationaler Geheimdienste etwa haben sie rundum überzeugt. Problematisch wird die Sache nach Einschätzung Enckes, wenn sich der Band der Gegenwart nähert. Der Beitrag über den 11. September, der den Band beschließt, kann, stellt Encke klar, notwendigerweise auch nicht mehr offen legen als die zuvor so gescholtenen Journalisten und Sachbuchautoren, denn es stehen keine Quellen zur Verfügung. "Geschichtsschreibung muss warten können", resümiert die Rezensentin, "und am Ende wird Wolfgang Krieger einfach zu ungeduldig."
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