Populistische Politiker, die ihr Fähnchen nur noch in den Wind hängen. Und Medien, die mitspielen. Vor allem ein immer seichteres öffentlich-rechtliches Fernsehen, das sich ohne Not unter das Diktat der Quote gestellt hat. Das Ergebnis: Moralismus und Alarmismus statt kritischem Qualitätsjournalismus, statt Aufklärung und Bildung nur Fußball und Krimis. Ihre Aufgabe, 'vierte Gewalt' in unserem demokratischen Gemeinwesen zu sein, verfehlen die Gebührensender dramatisch. Und das am Beginn des digitalen Zeitalters, wo sie so wertvoll sein könnten wie nie. Wolfgang Herles beschreibt diesen besorgniserregenden Zustand und fordert: Reformiert ARD und ZDF grundlegend oder schafft sie ab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2015
Ein Buch zur rechten Zeit, findet Rudolf Walther. Wolfgang Herles Medienkritik scheint ihm mit ihrer Schelte des Quotenwahns bei Gebührenfernsehen und Printmedien einen wunden Punkt zu treffen. Wenn der Autor, selbst langjähriger TV-Mann, über Seichtheit, Konformismus, Merkels "Hofberichterstatter" und "Talkshow-Clowns" herzieht und stattdessen Kritik, Irritation und Aufklärung einfordert, ist der Rezensent ganz bei ihm. Herles' Lösungsvorschläge - Programmreform, Abschaffung des Gebührenfernsehens - scheinen Walther plausibel.
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