Wolfgang Dierker

Himmlers Glaubenskrieger

Der Sicherheitsdienst der SS und seine Religionspolitik 1933-1941. Diss.
Cover: Himmlers Glaubenskrieger
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2002
ISBN 9783506799975
Gebunden, 639 Seiten, 82,20 EUR

Klappentext

Der SD, Sicherheitsdienst der SS, war eines der gefährlichsten Organe der nationalsozialistischen Diktatur. Himmlers Nachrichtendienst bespitzelte Freund und Feind, spionierte im Ausland und überwachte die Stimmung der deutschen Bevölkerung, Gestapo- und SD-Führer unter der Führung von Reinhard Heydrich wurden die maßgeblichen Planer und Vollstrecker des Völkermordes. Das Innenleben des SD-Nachrichtendienstes und seine Tätigkeit werden in diesem Buch am Beispiel der Religionspolitik erstmals detailliert und aufgrund bisher unbekannter Quellen untersucht...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Wolfgang Dierkers Arbeit über die Religionspolitik des Sicherheitsdienstes der SS hat Rezensent Hansjakob Stehle vollauf überzeugt. Das Buch zeichnet sich seines Erachtens nicht nur durch außerordentliche Gründlichkeit, sondern auch durch "faszinierende Lesbarkeit" aus. Er hebt hervor, dass es Dierker durch die Entdeckung von lang in Ostblock-Archiven verschollenen Akten zum ersten Mal gelingt, den Kampf des Nazi-Regimes gegen die Kirchen - Ziel war die "restlose Zerschlagung des Christentums" - vollständig darzustellen. Und zwar bis in die "kleinsten, auch grotesken polizeistaatlichen Details", wie Stehle hinzufügt. Besondere Aufmerksamkeit widmet der Historiker nach Ausführung des Rezensenten dabei den Biografien der SS-Leute sowie den Hintergründen ihres geheimdienstlichen Eifers, wodurch er die bisherige Einschätzung des Sicherheitsdienstes im NS-Staat seitens der Forschung in einigen Punkten zu korrigieren vermöge.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2002

In einer Mehrfachbesprechung rezensiert Helmut Zander drei Bücher über Religion und Politik im Nationalsozialismus, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die Studie Dierkers über den nationalsozialistischen Sicherheitsdienst (SD), dem die Aufgabe zukam, weltanschauliche Gegner mit intellektuellen Mitteln zu bekämpfen, lobt Zander vor allem für die "Analyse der Funktionsträger". Er findet es bemerkenswert, dass nicht "Wirrköpfe" sonders fast ausschließlich akademisch ausgebildete Männer, darunter viele Priester, für den SD tätig waren. Das Buch bestätige die Ergebnisse der neueren Forschung, die eine "Selbstradikalisierung des nationalistischen Herrschaftssystems" für die Gewalteskalation im Nationalsozialismus verantwortlich machen, so Zander beeindruckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2002

Autor Wolfgang Dierker untersucht in "Himmlers Glaubenskrieger" die kirchenpolitischen Konzepte des nationalsozialistischen Sicherheitsdienstes SD und ordnet sie auf "vorbildliche" Weise "in den Gesamtzusammenhang der politischen Entwicklung des Regimes ein", lobt Rezensent Clemens Vollnhals. Dies ist für ihn auch das große Verdienst dieser umfangreichen Studie, in der lange unzugängliches Material erstmals verwertet wird. Der Rezensent weist darauf hin, dass die Untersuchung zwar im Großen und Ganzen die bisherige Forschung bestätigt, neu sei aber die Analyse des "nachrichtendienstlichen und geheimpolizeilichen Hintergrunds" der NS-Kirchenpolitik. Besonders bemerkenswert scheint ihm, dass es ein eigenes "Spitzelnetz" für die Abteilung "Politische Kirchen" gab und dass Ziel des SD gewesen ist, das Christentum perspektivisch zu "zerschlagen", weshalb gerade die "Anbiederungsversuche der Deutschen Christen an den Nationalsozialismus" dem SD als "gefährlich" erschienen.
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