Aus dem Russischen von Helmut Ettinger. Wladimir Medwedew erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaares im zentralasiatischen Tadschikistan Anfang der 1990er Jahre. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetmacht gerät das Land in den Strudel von Bürgerkrieg und regionalen Machtkämpfen.Der Vater von Sarina und Andrej, ein tadschikischer Arzt, wird ermordet. Auch seine russische Frau und seine Kinder werden bedroht und daraufhin von Onkel und Großvater in ihr Heimatdorf im Pamir geholt. Doch der Vater hatte dort noch eine zweite Frau, eine Tadschikin. Und die Auseinandersetzungen zwischen den Familien könnten nicht größer sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2021
Rezensentin Christiane Pöhlmann empfiehlt Wladimir Medwedews Roman als grandioses Panorama Tadschikistans und seiner Menschen. Die nach dem Zerfall der Sowjetunion einsetzende Handlung, ist laut Pöhlmann ein Schlachtenbild aus Land-, Religions- und Systemkämpfen über Macht und die Unterschiede zwischen Stadt und Land. Wie der Autor das Bild entfaltet, ereignisprall, multiperspektivisch aus Sicht gekonnt gezeichneter Individuen, historisch, psychologisch und soziologisch raffiniert beobachtet, findet die Rezensentin lesenswert nicht zuletzt, weil Medwedew dem Leser ausreichend Freiheiten lässt.
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