Herausgegeben und mit einem Essay von Thomas und Simone Stölzel. Aus dem Englischen von Irene Muehlon und Simone Stölzel. Hier kann man einem großen Schriftsteller bei der Arbeit über die Schulter schauen: das Notizbuch, ein buntes, humorvolles, kluges Buch - eine Fundgrube für alle, die sich verführen und in den Kosmos W.Somerset Maughams ziehen lassen wollen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2005
Von William Somerset Maugham stammt der schöne Satz, den Rezensent Michael Schmitt zitiert: dass gute Prosa gute Manieren voraussetze. Wie gut er Maughams Prosa findet, lässt Schmitt offen, er charakterisiert den Autor in jedem Fall als jemanden, der etwas gegen Genieästhetik hatte. Stattdessen strebte Maugham nach einer "höheren Gemeinsprache", so der Rezensent, der dieses Bestreben in dem umfangreichen "Notizbuch eines Schriftstellers" gut dokumentiert findet. Als Journal auf die Jahre 1892 bis 1944 angelegt, also über einen langen Zeitraum, spiegele es die produktivsten Jahre Maughams, meint Schmitt, zeige auch seine Wandlung von einem arroganten und unsicheren jungen Mann hin zu einem weltläufigen und abgeklärten Schriftsteller, der Einblick in seine gut aufgeräumte Werkstatt gewähre und in die einen Blick hineinzuwerfen sich deshalb auch absolut lohne. Maugham notierte viele Reiseeindrücke, porträtierte Kolonialbeamte und Zufallsbekanntschaften oder beschrieb seine Arbeit als Mediziner in Lazaretten; wer Maughams Werk nicht so genau kenne, komme aber trotzdem auf seine Kosten, verspricht der Rezensent.
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