Klappentext

Aus dem Polnischen von Doreen. Daume. Die Jahre 1962 bis 1969 sind für Slawomir Mrozek eine bewegte, entscheidende Zeit: die Zeit des Aufbruchs aus dem kommunistischen Polen, die Zeit des Ankommens in der Emigration, zunächst in Italien und dann in Paris, die Zeit seiner ersten westeuropäischen Erfolge als Dramatiker mit Stücken wie "Polizei, Auf hoher See" und vor allem "Tango" - und die Zeit einer großen privaten Tragödie, des Todes seiner Frau Maria. In seinem Tagebuch notiert Mrozek Gedanken zum Leben und zum Schreiben, Glücksmomente und Verzweiflungen, Skizzen für Stücke, Lektüreerlebnisse und Reflexionen zu seiner diffizilen Lage als Exilschriftsteller, der mit seiner polnischen Heimat die politische Einengung, aber auch seine Sprache und seine Leser hinter sich gelassen hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2014

Marta Kijowska kennt den polnischen Dramatiker Sławomir Mrożek eigentlich als nichts ernst nehmenden Satiriker, deshalb hat sie der Ton seiner Tagebücher aus den Jahren 1962 bis 1969 ein wenig überrascht. Mrożek wirkt darin weit ernster, verrät die Rezensentin, er grübelt über Religion, Politik, Literatur, Philosophie, Film, Theater und vor allem über seine eigene Identität nach, die in eine Krise gestürzt war, als er nach Italien emigrierte, fasst Kijowska zusammen, die sich auch bei Mrożeks verstorbener Übersetzerin Doreen Daume dafür bedankt, den holprigen Stil dieser frühen Jahre im Deutschen ein wenig lesbarer gemacht zu haben.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2014

Slawomir Mrozeks Tagebücher bestechen für den Rezensenten Ulrich M. Schmid durch den Reiz der Selbstbeobachtung eines selbstironischen Satirikers. Alltagsbeobachtung ist hier immer auch Selbstsuche, meint Schmid und amüsiert sich, mal über die Langeweile des Autors mit sich selbst, mal über Momente von existenzieller Bedeutung, so wenn dem Autor in einem Zürcher Hotelzimmer Gott erscheint. Die Schärfe der Selbstkritik entgeht Schmid nicht, sie reicht bis zur Negation des Ich, erklärt er. Mrozek - neben Gombrowicz und Herling-Grudzinski ein weiterer König des Tagebuchs aus Polen, befindet der Rezensent.