Aus dem Englischen von Heinrich Conrad. Mit 50 zweifarbigen Illustrationen von Hans Ticha. Als im Jahre 1848 "The Snobs of England" erschien, sorgte die Parodie auf die englische Gesellschaft wieder einmal für Schlagzeilen. Bereits ein Jahr zuvor hatte William Makepeace Thackeray (1811-1863) mit seinem Buch "Jahrmarkt der Eitelkeiten" die Öffentlichkeit erregt. Fortan galt er neben Charles Dickens als der bedeutendste englische Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters. Fast 160 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist Das Snobbuch immer noch ein amüsant zu lesender Spiegel fragwürdiger, opportunistischer Lebensart der Snobs und Dandys. Teure Badereisen, endlose Parties und rauschhafter Kunstgenuss der "High Society" legten den Grundstein der heutigen Amüsiergesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
Erfreut zeigt sich Rezensent Felix Johannes Krömer über diese Ausgabe des "Snobbuchs" William M. Thackerays (1811-1863) in Heinrich Conrads Übersetzung von 1910. Nicht weiter übel nimmt er dem Autor, der den Begriff des Snobs prägte, dass er weder eine klare Definition noch eine systematische Darstellung des Snobs liefert, sondern in Form von Anekdoten ein bissiges Panorama einer heuchlerischen und renommiersüchtigen Gesellschaft zeichnet. Besonders reizvoll findet er die ironischen Brechungen der Perspektive, tritt der Erzähler doch mal als nüchterner "Snobograf", mal als Moralapostal, mal als Mit-Snob auf. Dabei scheint es ihm vom heutigen Standpunkt nicht immer leicht zu sagen, was jetzt ernst und was satirisch gemeint ist. Vermisst hat Krömer die Original-Illustrationen Thackerays, die in dem Band durch Lithographien von Hans Ticha ersetzt wurden.
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