Anthony Powell

Casanovas chinesisches Restaurant

Ein Tanz zur Musik der Zeit. Band 5. Roman
Cover: Casanovas chinesisches Restaurant
Elfenbein Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783941184404
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Heinz Feldmann. Der zwölfbändige Zyklus "Ein Tanz zur Musik der Zeit" - aufgrund sei­ner inhaltlichen wie formalen Ge­stal­tung immer wieder mit Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" verglichen - gilt als das Hauptwerk des bri­tischen Schriftstellers Anthony Po­well und gehört zu den bedeutendsten Ro­manwerken des 20. Jahr­hun­derts. In­spi­riert von dem gleichnamigen Gemälde des französischen Barockmalers Nicolas Pous­sin, zeichnet der Zyklus ein facettenreiches Bild der englischen Upperclass vom Ende des Ers­ten Weltkriegs bis in die späten sechziger Jahre. Aus der Perspektive des mit Humor und Understatement aus­gestatteten Ich-­Erzählers Jenkins - der durch so manche bio­­grafische Parallele wie Powells Alter Ego anmutet - bietet der "Tanz" eine Fülle von Figuren, Er­eig­nissen, Beobachtungen und Erinnerungen, die einen aufschlussreichen Ein­­blick geben in die Gedankenwelt der in England nach wie vor tonangebenden Gesell­schafts­schicht mit ihren durchaus merk­würdigen Le­bens­­ge­­wohn­heiten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.10.2016

Rezensent Tobias Schwartz ist begeistert, dass ein kleiner Verlag die Riesenaufgabe stemmt und Anthony Powells "roman fleuve" übersetzt und herausbringt. Dass die zwölf Bände sukzessive erscheinen, macht ihn froh, so muss er nicht alles auf einmal lesen, Lust dazu hätte er nämlich schon. Das liegt einmal an den starken Figuren, die Powells genaues Panorama der englischen Upperclass vom Beginn der 20er bis in die 70er Jahre bevölkern, zum anderen an Powells feiner Ironie und seinem lakonisch kühlen Ton. Die eher episodisch und anekdotisch denn als großer Handlungsbogen angelegten Bände gleichen für Schwartz einem Schatz, auch wenn er den bereits geäußerten Vergleich mit Proust nicht nachvollziehen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2016

Tobias Döring hebt besonders die Eleganz hervor an Anthony Powells Gipfeltext des zwanzigsten Jahrhunderts, genauer aus der Zeit zwischen 1951 und 1976. Das vielbändige Werk, nun endlich auf Deutsch und laut Döring in tadelloser Übersetzung in den ersten fünf Bänden vorliegend, scheint ihm ein vergessenes Juwel, ein Gesellschaftspanorama, epochal an Umfang und Könnerschaft. Wer allerdings schnell zur Sache kommen will, dem kann er den Roman nicht empfehlen. Powells Kunst kennzeichnet gerade das Mäandernde, ständig Wechselnde der Konstellationen, das Ungesagte auch und die Diskrepanz zwischen Anlass und Bedeutung, meint er. Feinsten sozialen Bewegungen spürt der Text laut Döring nach, verzichtet aber immer wieder auf das Auserzählen zentraler Szenen und Wendungen. Vielstimmig erzählt der Autor zwar, aber im diskreten Kammerton, so der Rezensent weiter, der sich dem Sog des Ganzen nicht entziehen konnte noch wollte, auch wenn das Geschehen, Lehrjahre im England der Zwischenkriegszeit, doch eher ereignisarm bleibt, wie Döring schreibt.
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