Edward St. Aubyn

Dunbar und seine Töchter

Roman
Cover: Dunbar und seine Töchter
Albrecht Knaus Verlag, München 2017
ISBN 9783813506983
Geheftet, 256 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Nikolaus Hansen. Sein ganzes Leben lang hat Henry Dunbar auf nichts und niemanden Rücksicht genommen, besessen von der Vision, seinen kleinen Zeitungsverlag zu einem Medienkonzern auszubauen. Auf dem Zenit seiner Macht hat nur noch einen einzigen, aber mächtigen Feind: das Alter. Dunbar weiß, er muss sein Reich in die Hände seiner Töchter legen. Nur zwei der Kinder hält er für geeignet. Doch das Leben erteilt ihm eine bittere Lektion. In seinem neuen Roman, inspiriert von Shakespeares König Lear, seziert Edward St Aubyn innerfamiliäre Beziehungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2017

Nachdem eine Reihe der klassischen Shakespeare-Dramen bereits eine Überführung in zeitgemäße Literatur erfahren haben, legt Edward St Aubyn nun eine neue Fassung "König Lears" vor und präsentiert die Geschichte um den alten König und die fatale Verblendung bezüglich seiner drei Töchter im Gewand eines modernen Thrillers. Im Kern war das bereits in Shakespeares Erzählung angelegt, aber St Aubyn erhöht die Taktzahl in "Dunbar und seine Töchter" beachtlich, berichtet Sylvia Staude. Der von Lügen getäuschte König ist hier ein scheidender Medienmogul, die Töchter bleiben eindimensional böse, beziehungsweise gut, wie in der berühmten Vorlage. Die Thrillerhandlung greift nahtlos ineinander, so Staude: Intrigen, Täuschung, Sex und Folter peitschen den Plot voran. Dass die Deutungsebene unter der Oberfläche dabei überrannt wird, bedauert die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.11.2017

Besser noch als Shakespeares "König Lear" erscheint Rezensentin Franziska Augstein Edward St Aubyns Roman "Dunbar und seine Töchter", der im Rahmen des "Hogarth"-Projekts entstanden ist, für das namhafte Schriftsteller Stücke von Shakespeare umschrieben. Dort wo Shakespeare seinen Lear noch als gewissenhaften König auftreten ließ, zeichnet Aubyn seinen milliardenschweren Mogul Dunbar, der von seinen Töchtern zwecks Erberschleichung mit Beruhigungsmitteln in die Paranoia getrieben wird, als "miesen", aber auch facettenreicheren Helden, so Augstein. Mehr noch: Nicht nur Aubyns Witz, sein Gespür für Psychologie, seine hinreißenden Naturbeschreibungen und kulturgeschichtlichen Anspielungen verschlagen der Kritikerin schier den Atem; insbesondere bewundert sie die "unglaubliche Schönheit und Prägnanz" seiner Sprache, die, wie sie findet, von Nikolaus Hansen solide, bisweilen auch "originell" ins Deutsche übertragen wurde.
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