Heinrich Manns Jagd nach Liebe galt den Frauen aus Boheme und Halbwelt, galt Schauspielerinnen, Sängerinnen, Prostituierten. Sie beeinflussten nicht nur sein Leben, sondern dienten ihm als Rohstoff seiner Literatur: indem er ihre Briefe verwendete, ihre Schicksale als Vorlage nahm, indem er sie anwies, ihr Leben für ihn aufzuschreiben. Nach seiner Heinrich Mann-Biografie erzählt Willi Jasper nun von den entscheidenden Frauen im Leben Heinrich Manns. Er schildert ihr bewegtes Schicksal zwischen Depression, Alkohol und Selbstmord vor dem Hintergrund ihrer Epoche und zeigt, wie sie Eingang gefunden haben in das Werk dieses großen Autors.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2007
Reserviert betrachtet Rezensent Tilmann Lahme dieses Buch über Heinrich Mann und die Frauen, das Willi Jasper vorgelegt hat. Zwar bescheinigt er dem Autor, über die Frauenbekanntschaften des Schriftstellers detailliert zu berichten, viele Verehrerinnen vorzustellen und ausgiebig aus ihrer Fanpost zu zitieren. Aber dennoch bleibt bei Lahme am Ende eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Dies liegt seines Erachtens vor allem daran, dass Jasper auf das Werk Heinrichs Mann allenfalls im Blick auf die Frage eingeht, welche Affäre der Schriftsteller für welchen Roman ausschlachtete. Er vermisst zudem eine Analyse von Manns literarischem Frauenbild. Stattdessen findet er zahlreiche kritische Töne über Heinrichs Bruder Thomas und Forscherkollegen.
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