Er jagte Terroristen, Waffenhändler und die Rauschgiftmafia. Elf Jahre, von 1982 bis Ende 1992, gehörte Wilhelm Dietl dem Auslandsnachrichtendienst an, führte hochrangige Informanten, drang in Terrororganisationen und Geheimdienste ein, traf Khomeini und andere hohe Ayatollahs, Arafat und alle weiteren Führer der Palästinenser und pflegte Kontakte zu den afghanischen Mudschaheddin sowie anderen hochrangigen islamischen Fundamentalisten. Rasch lernte er, die tödlichen Gefahren richtig einzuschätzen und ihnen zu begegnen. Er ermittelte Rüstungsgeheimnisse und andere hochbrisante politische Nachrichten und erlebte mehrere Kriege aus allernächster Nähe. Nachdem der BND, der seinen Mitarbeiter seinerzeit zum Stillschweigen verpflichtet hatte, diesen im vergangenen Jahr selbst enttarnte, spricht der geoutete Agent nun über seine geheime Tätigkeit.
Zurückhaltend betrachtet Otto Diederichs dieses Buch des Journalisten Wilhelm Dietl über seine Zeit im Dienst des deutschen Auslandsgeheimdienstes, für den er von 1982 bis 1993 als Agent tätig war. Der Autor wurde nach Auskunft des Rezensenten vor etwa zwei Jahren im Zusammenhang der Affäre um die Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst (BND) von seinem ehemaligen Dienstherrn enttarnt. Diederichs sieht in diesem Buch Dietls Rache dafür. Bei der Lektüre gewinnt er den Eindruck, bei dem Autor handle es sich um einen narzisstisch gekränkten, selbstzentrierten Ex-Agenten, der den BND alter Prägung glorifiziert, während er am neuen BND kein gutes Haar lässt. Diederichs hält dem Autor vor, mit seiner Agententätigkeit die Anstandsregeln des Journalismus "bewusst und freudig" verletzt zu haben. Über den BND selbst hat er in dem Buch nichts wirklich Neues erfahren.
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