Walter Grond

Almasy

Roman
Cover: Almasy
Haymon Verlag, Innsbruck 2002
ISBN 9783852183947
Broschiert, 317 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Eingewoben in eine Rahmenhandlung, die Orient und Okzident aufeinanderprallen lässt, erzählt Grond die wahre Geschichte jenes Ladislaus Almasy, der durch den Film "Der englische Patient" berühmt wurde, und seine Verstrickung in die politischen Entwicklungen seiner Zeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2002

Wer es noch nicht gewusst hat, lernt es durch diese Besprechung von Karl-Markus Gauß: dass dem "Englischen Patienten" von Ondaatje die Figur des ungarischen Nazikollaborateurs und Wüstenliebhabers Ladislaus E. Almasy zugrunde lag. Den selben Mann hat auch Walter Grond jetzt als Sujet seines Romans gewählt, und Gauß findet, dass er die "Ingredienzien" für einen Unterhaltungsroman "mit geschickter Hand gemischt" hat: Wüste, Kairo, Nazizeit und heutige Islamisten bieten sowohl prächtige Kulissen als auch viele Anlässe zu Anspielungen jeglicher Art. Denn Grond ist, so Gauß, "ein intellektueller Autor, der mittels viel kluger theoretischer Überlegungen inzwischen wieder bei der Form des Unterhaltungsromans angekommen ist", das heißt, er bietet nebenbei für Eingeweihte auch "die Freuden der Intertextualität". "Spannend" ist das schon, meint Gauß, fragt sich aber auch, was Grond zur Wahl seines Sujets getrieben hat. Er zitiert als mögliche Begründung den Autor selbst beziehungsweise seinen Protagonisten. Der ist ein junger Westeuropäer, der sowohl Handel treibt als auch auf die Spuren Almasys gerät: "Wir verwenden das, weil der Code auf dem Markt bereits eingeführt ist."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.08.2002

Der Spion und Wüstenforscher Ladislaus Almasy, der im Zweiten Weltkrieg in deutschem Auftrag in der saharischen Wüste arbeitete, ist zur mythischen Figur geworden, berichtet Rezensent Marcus Hammerschmitt, und viele haben sich mittlerweile - auf mehr oder weniger geschichtstreue Art - seiner Figur angenommen, allen voran Michael Ondaatje im "Englischen Patienten". Umso erfreulicher also, so der Rezensent, dass Walter Grond in seinem Roman "Almasy" die Dekonstruktion dieses Mythos vornimmt. In diesem "klug gebauten" Roman, lobt Hammerschmitt, wird der Protagonist, ein Produktmanager, beauftragt, den Geländewagen "Almasy" in Ägypten zu lancieren, stößt dabei auf die historischen Zusammenhänge, die um diesen Namen kreisen, und gerät schließlich selbst in den Strudel der Ereignisse. Ein "intertextuelles Wagnis", jubelt Hammerschmitt, ist die Einbeziehung der Krankenschwester Hana aus Ondaatjes Roman und die Tatsache, dass gerade aus ihrer Perspektive die "Umdeutungen" des "Englischen Patienten" korrigiert werden. So werde "die historische Figur Almasy mit ihrer medialen Aufbereitung abgeglichen". Der Rezensent ist damit hoch zufrieden.

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