Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.05.2005
Dieter Borchmeyer sympathisiert derart mit Wilhelm Blums Studie über "Höhlengleichnisse", dass er es schonmal prophylaktisch gegen potenzielle Leserkritik verteidigt: "Sehr viel wird dem Leser hier für wenig Geld auf gut hundertzwanzig Seiten geboten, und so sollte er nicht undankbar meckern, wenn er einiges aus der Wirkungsgeschichte des Gleichnisses vermisst." Was genau geboten wird, informiert der Rezensent, sind die griechischen und lateinischen Originaltexte der bekannten Variationen des Höhlengleichnisses aus Antike und Mittelalter nebst Übersetzungen, Kommentaren und einer Rezeptionsgeschichte des Motivs von Empedokles bis Dürrenmatt. Die didaktische Erfahrung des Gymnasiallehrers mache das Buch zu einer gut verdaulichen Abhandlung, die bei aller Präzision und Sorgfalt "nicht in Pedanterie und Besserwisserei" verfällt, wie der Rezensent vermerkt. Ankreiden könne man Blum allenfalls die "christliche Färbung" seines Werkes. Ansonsten hofft der hoch zufriedene Borchmeyer aber auf eine Fortsetzung, die sich der Aktualität des Höhlengleichnisses im Kontext des medialen Zeitalters annimmt.
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