WBG Deutsch-Französische Geschichte. Herausgegeben von Deutsches Historisches Institut, Paris, Werner Paravicini und Michael Werner. Insgesamt 11 Bände/Teile, nur als Gesamtwerk erhältlich. Band 1: Mit Recht gilt Karl der Große als "Vater Europas" - sein Reich wurde zur Wiege der europäischen Staatenwelt. Aber war Karl der Große ein Deutscher? Der Autor schildert in dieser spannenden Darstellung nicht nur die politische Geschichte des "kerneuropäischen" Territoriums von den Merowingern bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, sondern behandelt auch die komplexe Frage, ab wann von einer eigenständigen deutschen oder französischen Geschichte die Rede sein kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2006
Durchaus kritisch betrachtet Michael Borgolte diesen ersten Band der von Werner Paravicini und Michael Werner herausgegebenen "Deutsch-Französischen Geschichte", in dem Rolf Große das frühe und hohe Mittelalter (800 bis 1214) in den Blick nimmt. Durch den Aufbau des Bandes - dem historischen Überblick zur Periode folgen forschungsbezogene Erörterungen ausgewählter "Fragen und Perspektiven" sowie eine systematische Bibliografie - wird seines Erachtens der Spielraum für "kreative Lösungen" eingeschränkt. Generell moniert er, dass man sich nicht recht entscheiden konnte, eine Geschichte Deutschlands und Frankreichs im Vergleich anzustreben oder eher eine Beziehungsgeschichte beider Länder. Im Blick auf Großes Band stellt Borgolte eine enge Anlehnung bei "konventionell gewordenen Geschichtskonstruktionen" fest. Stofflich konzentriere er sich auf die herkömmliche Politik-, Verfassungs- und Kirchengeschichte. Borgolte hält dem Autor vor, durch seinen Umgang mit der Forschungsliteratur die Vorläufigkeit aller erzielten Ergebnisse zu verdecken. Immerhin die Abschnitte über die Vergangenheitsbilder von Deutschen und Franzosen in der neueren Geschichte und die höfische Gesellschaft und Kultur findet er "instruktiv".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.02.2006
Ausdrücklich begrüßt Rezensent Johannes Willms diese auf mehrere Bände angelegte deutsch-französische Geschichte, die auf eine gründliche und umfassende Revision des alten Bildes dieser konfliktreichen Geschichte zielt. Rolf Großes nun vorliegender erster Band widmet sich nach Auskunft von Willms der Ur- und Frühgeschichte des deutsch-französischen Mit- und Gegeneinanders. Großes Darstellung des Reich Karls des Großen, das die Gussform der nachantiken europäischen Staatenwelt darstelle, in seiner politischen Ordnung lobt Willms als "sehr anschaulich". Ausführlich folgt er den Ausführungen des Autors über die Aufspaltung des Karolingerreichs nach dem Tode Karls. Wie er berichtet, ist der Band in drei Abschnitte unterteilt: Der Schilderung des ereignisgeschichtlichen Epochenablaufs folgen vertiefende Gesellschafts-, struktur-, wirtschafts- und kulturhistorische Exkurse sowie eine "ausgezeichnete und ausführliche Bibliographie".
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