Matthias Becher

Chlodwig I.

Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt
Cover: Chlodwig I.
C.H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406613708
Gebunden, 330 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Mit 10 Abbildungen, 7 Karten und 4 Stammtafeln. Anlässlich des 1500. Todestages Chlodwigs I. (27. November 511) erzählt Matthias Becher in seiner Biographie dieses Frankenkönigs spannend und faktenreich vom Aufstieg der Merowinger in der Völkerwanderungszeit. Angelockt durch die wachsende Schwäche Roms in der Spätantike waren Goten, Franken, Burgunder und andere Völker in das entstehende Machtvakuum gestoßen. Wenige Jahre vor der Geburt Chlodwigs aus dem fränkischen Geschlecht der Merowinger war schließlich der letzte römische Kaiser abgesetzt worden (476 n.Chr.), und fortan tobte der Kampf um die Vormacht südlich und nördlich der Alpen.
Matthias Becher erhellt gleichermaßen die militärischen und diplomatischen Erfolge von Chlodwigs Vater Childerich, die Kämpfe Chlodwigs um die Führung im Frankenreich und seine religionsgeschichtlich bedeutende Entscheidung, den katholischen Glauben anzunehmen. Ein Ausblick auf das Nachleben Chlodwigs beschließt den gut bebilderten und mit hilfreichen Karten ausgestatteten Band.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2011

Verhalten äußert sich Rezensent und Professor für mittelalterliche Geschichte Michael Borgolte über Matthias Bechers Biografie des Frankenkönig Chlodwig I. (465 bis 511). Der war offenbar sogar für mittelalterliche Verhältnisse ein ausgemachter Schlächter, der reihenweise konkurrierende Könige und Verwandte umbrachte. Bechers Interpretation, die Klage des Königs über den Tod seiner Angehörigen - ganz allein stehe er jetzt da, ein 'Fremder unter Fremden' - sei ein Versöhnungsangebote an deren Gefolgsleute gewesen, kann Borgolte nicht so recht überzeugen. Zudem scheint ihm die Darstellung von einer großen Nüchternheit. Der Autor legt sein Bild des Frankenkönigs nach Ansicht des Rezensenten nirgendwo explizit dar, sondern beschränkt sich darauf, chronologisch die Sachverhalte samt Vorgeschichte darzustellen. Quellen werden ausgiebig zitiert und kommentiert, zu Borgoltes Bedauern aber nicht in eine "geschlossene historische Erzählung" integriert. Das Buch ist für ihn letztlich ein "Ereignis- und Themenreferat auf dem Boden der Spezialforschung".
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