Werner Bartens

Das Ärztehasserbuch

Ein Insider packt aus
Cover: Das Ärztehasserbuch
Knaur Verlag, München 2007
ISBN 9783426779767
Kartoniert, 240 Seiten, 7,95 EUR

Klappentext

Die Ärzte: arrogant, unnahbar, dilettantisch. Die Patienten: wehrlos. Ob sie an einen Quacksalber oder eine Koryphäe geraten sind, wissen Patienten erst, wenn es zu spät ist. Auf Gedeih und Verderb sind sie den Ärzten ausgeliefert. Der Arzt und Medizinjournalist Werner Bartens weiß aus eigener Erfahrung, wie es in den Praxen und Krankenhäusern zugeht: Zu viele Technokraten und Versager verbergen sich unter dem weißen Kittel. Schonungslos berichtet er von Größenwahn, Pfusch und Ignoranz. Seine Diagnose: Wir sollten aufhören, nur über die Kosten des Gesundheitswesens zu reden, und uns endlich wieder auf das Wesentliche konzentrieren, auf die Bedürfnisse der Menschen, die Hilfe beim Arzt suchen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2007

Lobend äußert sich Rezensent Hannes Hintermeier über diesen Bericht aus dem  Medizinbetrieb in Deutschland, den Werner Bartens vorgelegt hat. Etwas irreführend scheint ihm allerdings der doch recht plakative Titel des Werks: "Das Ärztehasserbuch". Schließlich hasse der Autor, lange selbst praktizierender Arzt, heute Redakteur bei der SZ, seinesgleichen nicht, er verstehe einfach, was vor sich gehe in deutschen Arztpraxen und Kliniken. So würdigt Hintermeier ausdrücklich das Bemühen des Autors um eine faire Darstellung. Das Bild, das Bartens von der Situation zeichnet, wirkt auf ihn dennoch recht deprimierend. Die Vorwürfe sind für Hintermeier zwar nicht neu, dafür findet er sie hier prägnant herausgearbeitet und durch zahlreiche eigene Erfahrungen des Autors veranschaulicht. So erfährt er eine Menge über Verrohung und Gefühlskälte unter Ärzten, von Benimmpannen und Fahrlässigkeiten, von flächendeckender Krankrederei und absichtlichen Fehldiagnosen, vom Kongressbetrieb inklusive Pharmastrich und rasender Geldgier; von der Abweisung von Notfallpatienten aus ökonomischen Gründen, von Ärzten, die ihre Patienten als "AOK-Schweine" bezeichnen. Insgesamt scheint ihm das Buch geeignet, einer breiten Leserschaft zu mehr Mündigkeit und Selbstbewusstsein zu verhelfen. Dann hätte es "seinen Zweck schon erfüllt".

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