Es tut sich was in unserem Gesundheitswesen, schon lange, in kleinen, unmerklichen Schritten und immer in die gleiche beunruhigende Richtung: Es ist die Verwandlung der Humanmedizin in einen profitorientierten Industriezweig - auf Kosten der Patienten und des Allgemeinwohls.
In das Gesundheitswesen hat unsere Gesellschaft bislang einen Teil ihres Reichtums investiert, zum Wohle aller. Nun wird das Gesundheitswesen zur Quelle neuen Reichtums für Investoren. Die neuen Ziele werden nicht innerhalb der Medizin erarbeitet, sondern werden in Konzernen geplant und von Politikern in die Tat umgesetzt. Die Medizin wird dabei zu einer Ware, die nur noch als Quelle von Profit interessant ist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.07.2019
Rezensentin Susanne Billig schätzt das publizistische Werk des Chirurgs Bernd Hontschik, der neben einer Kolumne in der Frankfurter Rundschau auch die Reihe "medizinHuman" im Suhrkamp Verlag herausgibt. Mit großem Interesse nimmt die Kritikerin auch dieses Buch zur Hand, in dem ihr Hontschik von den zahlreichen Missständen im deutschen Gesundheitssystem erzählt: Sie liest hier von entsetzlichen Medikamenten-Nebenwirkungen, für die sich niemand interessiert oder von den zahlreichen unnötigen Operationen, die in Krankenhäusern aus reiner Profitgier durchgeführt werden. Dass das Buch trotz der Schilderung der finsteren Zustände im Gesundheitssystem gut zu lesen ist, verdankt Billig dem Kenntnisreichtum, der Menschlichkeit und der "Leidenschaft" des Autors.
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