Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2000
Ein Freund Döblins ist der "damals angesehene Professor für Psychiatrie" zwar gewesen, so Thomas Anz, aber dennoch muss die These, Döblin habe viel auf seine Anregungen gegeben, "mit Skepsis? betrachtet werden. Spannend ist dieses Buch für den Rezensenten dadurch, dass es "die Widersprüche und die Brüche im Leben dieses Mannes aufzeigt". Hoche war rabiater Gegner der Psychoanalyse und schrieb 1920 zusammen mit dem Strafrechtler Karl Binding das Buch "Die Freigabe der Vernichtung unwerten Lebens", ein Dokument der ideologischen Vorgeschichte des Dritten Reiches. 1933 wurde er frühzeitig emeritiert, kehrte sich ab von der Psychiatrie und wurde Schriftsteller. Als solcher revidierte er viele seiner früheren Auffassungen, und Müller-Seidels Buch zeigt den Zusammenhang dessen mit persönlichen Tragödien auf, schreibt Thomas Anz.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…