Herausgegeben von Andreas Frewer und Günther Siedbürger. Das enorme Ausmaß der Zwangsarbeit im "Dritten Reich" ist lange unterschätzt worden. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes untersuchen erstmals die medizinischen und ethischen Aspekte des umfassenden Einsatzes von Zwangsarbeitern und -arbeiterinnen von 1939 bis 1945: ihre Verwendung als Arbeitskräfte in Kliniken und im Gesundheitswesen, ihre medizinische Versorgung, die insbesondere in Rüstungsindustrie und Landwirtschaft zentral war, aber auch rassistische Diskriminierungen (wie Zwangsabtreibungen und "Euthanasie"-Fälle) und Bereiche systematischer Unterversorgung. Deutlich wird, dass auch in diesem Bereich der NS-Medizin Ärzte und Verwaltung im Gesundheitswesen eine unrühmliche Rolle spielten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2005
Aufschlussreich findet Rezensent Robert Jütte diesen von Andreas Frewer und Günther Siedbürger herausgegebenen Band, der eine übergreifende Darstellung der Situation von Zwangsarbeitern im Gesundheitswesen des Dritten Reiches bietet. Jütte berichtet etwa von der miserablen medizinischen Versorgung der Arbeiter und hebt in diesem Zusammenhang Annette Grewes Fallstudie hervor. Er berichtet weiter von den Zwangsarbeitern, die als billige Arbeitskräfte an Universitätskliniken, in Landesheilanstalten und auch in in evangelischen Krankenhäusern tätig waren. Dass die Arbeitsbedingungen in den konfessionellen Krankenhäusern generell besser waren als in denen, die einen anderen Träger hatten, sei eine These, die, wie Ulrike Winkler zeige, noch an anderen Quellen und in weiteren Fallstudien überprüft werden müsse. Am "erschütterndsten" findet Jütte die Beiträge, die das Schicksal der Kinder von Zwangsarbeiterinnen behandeln. Diese Kinder wurden entweder gleich abgetrieben, oder sie starben meist kurz nach der Geburt in "Ausländerkinderpflegestätten" an Unterernährung und mangelnder Hygiene.
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