Charlotte Trümpler (Hg.)

Das Große Spiel

Archäologie und Politik zur Zeit des Kolonialismus (1860-1940)
Cover: Das Große Spiel
DuMont Verlag, Köln 2008
ISBN 9783832190637
Gebunden, 668 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Begleitbuch zur Ausstellung im Ruhr Museum, Weltkulturerbe Zollverein, Essen, 2010. Die Geschichte der frühen Archäologie liest sich wie ein Abenteuerroman: Wer sind die Männer und Frauen, die sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert auf den Weg machen, um in Sandwüsten und Steppengebieten nach verborgenen Gräbern oder verschütteten Skulpturen zu suchen und sie unter lebensbedrohlichen Umständen zu entdecken und freizulegen? Männer wie der deutsche Baron Max von Oppenheim, der Engländer Thomas Edward Lawrence, der als Lawrence von Arabien in die Geschichte eingehen wird, der ungarische Graf Laszlo Almasy, der als Vorbild für den Film "Der englische Patient" zu später Berühmtheit gelangt, der Schwede Sven Hedin und auch Frauen wie die Engländerin Gertrude Bell reisen nach Afrika, Zentralasien, in den Nahen Osten und nach Ägypten, nach Mesopotamien und Kleinasien. Welche Interessen hatten die Auftrag- und Geldgeber der Pioniere? Was waren die Motive für die Auseinandersetzung mit antiken Kulturen und ihren Hinterlassenschaften? Kurz: Woher stammt die archäologische Wissenschaft?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.09.2009

Ein heißes Eisen hat Charlotte Trümpler mit diesem Buch angepackt, meint Rezensent Martin Flashar. Denn die Verbindungen der deutschen Archäologie zur Politik wurden bisher kaum in den Blick genommen, wie er weiß. Der Katalog zur Ausstellung "Archäologie im Fadenkreuz imperialer Interessen", die erst 2010 im Essener Ruhrlandmuseum gezeigt werden wird, ist nun mit 700 Seiten für Flashar "wahrlich ein Handbuch zum Thema". Besonderes Interesse zeigt Flashar an den "archäologischen" Unternehmungen von Kaiser Wilhelm II. während des Ersten Weltkrieges, die für ihn "in einem eigentümlichen Licht" erscheinen. Als einzigen Mangel des Bandes sieht Flashar das fehlende Register. Außerdem quält ihn die Frage, warum die Untersuchung gerade mit dem Jahr 1940 enden muss.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.01.2009

Mit großem Lob bedenkt Rüdiger Heimlich diesen von Charlotte Trümpler herausgegebenen Band über die Archäologie im Zeitalter des Nationalismus. Die Beiträge über "imperiale Archäologie" im Mittelmeerraum, Zentralasien, China und Japan, ihre Bedeutung für Militär und Diplomatie fallen in seinen Augen allesamt höchst instruktiv aus. Ebenso die Lebensläufe berühmter und weniger berühmter Archäologen. Deutlich wird für Heimlich, dass sich die Pioniere der Archäologie ihrer nationalen Mission sehr wohl bewusst waren. Der einzige Schwachpunkt des "wundervoll illustrierten" Bands scheint ihm, dass die Frage nach den moralischen Skrupeln der Ausgräber und Entdecker etwas unterbelichtet bleibt.
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