Wolfgang Büscher

Der Weg

Eine Reise durch die Sahara
Cover: Der Weg
dtv, München 2025
ISBN 9783423284462
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit einem Tuareg durch die Sahara auf den Berg des EinsiedlersTief in der algerischen Wüste steht ein Haus, roh auf einem Hochplateau, es hat einen einzigen Raum. Eine Klause, ein Rückzugsort. Der Mann, der es baute, war glücklich dort. Immer tiefer hatte es ihn in die Wüste gezogen; nun war er ganz allein. Nachts mit den Sternen, und wenn er früh aus der Tür trat, sah er in eine unendliche Landschaft aus gelben Bergen.Wie oft bei seinen Büchern, war es auch diesmal ein Bild, das bei Wolfgang Büscher den Wunsch auslöste, dorthin zu gehen. Eine Reiseerzählung aus der Sahara - und über Charles de Foucauld, den Mann, der dort in den Hoggar-Bergen sein Haus gebaut hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2025

Wolfgang Büscher erweist sich laut Rezensent Hannes Hintermeier mit diesem Buch ein weiteres Mal als ein herausragender Reiseschriftsteller. Anders als sonst ist Büscher diesmal nicht allein unterwegs, weiß Hintermeier, das wäre zu gefährlich im Süden Algeriens, wo Islamisten, Schlepper und Goldsucher unterwegs sind und Ausländer oft entführt werden. Büscher nimmt die Spur eines anderen Reisenden auf, nämlich die Charles de Foucaulds, der zuerst als französischer Militär in Afrika unterwegs ist, später Mönch wird und mit den Tuareg lebt, die er nicht zu missionieren versucht. Unter anderem, erfahren wir von Hintermeier, sucht der Autor eine Steinhütte auf, in der auch Foucauld gelebt hat. Hintermeier schreibt über die Faszination, die der Islam auf Büscher ausübt, weil er weiterhin das Leben vieler Menschen bestimmt, während in Europa die Bedeutung der Religion schwindet. Toll ist dieses Buch vor allem auch in stilistischer Hinsicht, geschickt verknüpft die Sprache des Autors Anschauliches und Reflexion, findet der Kritiker. Viele sensorische Details stecken im Text, eine umfassende Kulturgeschichte hingegen möchte Büscher nicht schreiben. Und zu guter Letzt, heißt es am Schluss, hat der Autor hier auch ein schönes Buch über sich selbst, einen ewigen Reisenden, geschrieben.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.01.2025

Wolfgang Büscher gelingt in seiner Reiseerzählung etwas, wozu die Fotografie kaum fähig wäre, meint Rezensent Tobias Lehmkuhl: Ein Porträt der Wüste, deren Weite und karge Schönheit sich in Bildern kaum fassen lässt, in Worten hingegen schon. Wochenlang hat Büscher diese Weite auf sich wirken lassen, ist gemeinsam mit einem Fahrer und einem Koch durch die Sahara gereist, hat verschiedenste steinerne Landschaften durchquert, lesen wir. Um diese Landschaften zu beschreiben, wird er "fast zum Landschaftsdichter", so Lehmkuhl, reichert seine Text aber, erfahrener und geschickter Autor, der er ist, immer wieder auch mit historisches Referenzen an, und natürlich mit Gegenwart. "Der Weg" ist kein Zeugnis einer Weltflucht, betont der Rezensent. Dem 21. Jahrhundert begegnet man auch in der Wüste, als Goldsucher etwa oder als Gruppen von Tuareg, lesen wir. Büscher entzieht sich dieser Gegenwart nicht, so der angetane Rezensent.

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