Volker Reinhardt

Der Göttliche

Das Leben des Michelangelo
Cover: Der Göttliche
C. H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406597848
Gebunden, 381 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Schon zu Lebzeiten galt Michelangelo - der Maler der Sixtinischen Kapelle, der Schöpfer des "David", der Architekt des Petersdoms - als der größte Künstler aller Zeiten. Volker Reinhardt vermittelt in seiner umfassenden, glänzend geschriebenen Biographie neue Erkenntnisse über das Leben des Universalgenies. Ein Lesevergnügen auf höchstem Niveau! Die Meisterwerke Michelangelos (1475-1564) faszinieren bis heute durch ihre Schönheit und begeistern durch ihre Unergründlichkeit. Aber auch sein Leben war ein Kunstwerk. Er war getrieben von dem Bemühen, seiner Familie adeligen Rang zu verschaffen, arbeitete unermüdlich und erhielt Traumhonorare, lebte aber weiterhin wie ein armer Handwerker. Beim Tod des fast Neunzigjährigen fand man einen Tisch, einen Stuhl, einen Schrank, ein Bett - und unter dem Bett Unmengen von Gold. Päpsten und Fürsten zu dienen, erfüllte ihn nicht mit Stolz, sondern er verachtete seine Auftraggeber. Seiner eigenwilligen Sicht der Welt verlieh Michelangelo in Fresken, Statuen und Bauwerken Ausdruck, die in diesem Buch ganz neu zum Sprechen gebracht werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.05.2011

Kia Vahland weiß, dass über Michelangelo bereits mehr Bücher veröffentlicht wurden, als ein Mensch in seinem Leben lesen kann. Neuerscheinungen haben es also schwer sich überhaupt zu rechtfertigen, und so attestiert sie Volker Reinhardt und Antonio Forcelino erst einmal Mut, überhaupt Biografien vorzulegen. Reinhardt zeichnet nach Informationen der Rezensentin das Renaissance-Genie vor allem als Sohn einer verarmten Adelsfamilie, der sich seinem Vater gegenüber immer unter Beweis stellen musste. Und während er die Familie großzügig "durchfütterte", lebte er selbst ausgesprochen asketisch. Auch wenn Vahland dem Autor bescheinigt, die Quellen gründlich gelesen zu haben, moniert sie doch "Mutmaßungen und Ungenauigkeiten" und empfiehlt letztendlich doch wieder Leo Steinbergs und Alexander Nagels Analysen oder die "dicken Bänden der Sixtina-Restauratoren".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2010

Andreas Beyer sieht mit Volker Reinhardts Michelangelo-Biografie den überfälligen Beleg erbracht, dass der Renaissance-Künstler zeitlebens vor allem um seine eigene und die gesellschaftliche Stellung seiner Familie kämpfte. Der Historiker hat die enorme Fülle der Briefe von und an Michelangelo sowie weiterer Dokumente ausgewertet und auch seine Werke in Augenschein genommen, um diese These stimmig und eindrucksvoll zu belegen, so der Rezensent anerkennend. "Kunstanalytisch" hat der rezensierende Kunsthistoriker Beyer zwar nichts Neues in Reinhardts Ausführungen gefunden, das hat er allerdings auch gar nicht erwartet, wie er betont. Dafür ist der Rezensent sich sicher, dass dieses Buch "Epoche machen" wird, weil es dem Autor  absolut überzeugend gelinge, den schon zu Lebzeiten hochberühmten Michelangelo als "gebeuteltes Opfer schier unentwirrbarer Familienbande" zu zeigen. Nur der altmodische Titel stört den ansonsten völlig gebannten Beyer, der noch einmal fasziniert referiert, dass sich zu Michelangelos Tod in seiner äußerst karg eingerichteten Behausung eine "Schatulle mit 9985 Dukaten", ein geradezu fürstlicher Reichtum, fand, der dessen lebenslange Angst vor gesellschaftlichem Abstieg und Altersarmut grotesk erscheinen lässt.
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