3 CDs mit 1003 Minuten Laufzeit. Gekürzte Lesung von David Nathan. April 1937, die Familie Rath ist zersprengt. Eigentlich wollte Charlotte Rath, geborene Ritter, schon längst im Ausland sein, doch halten die Umstände sie in Berlin fest. Ihr ehemaliger Pflegesohn Fritze ist in die geschlossene Abteilung der Nervenheilanstalt Wittenau gesteckt worden, ihre beste Freundin Greta ist spurlos verschwunden und steht unter Mordverdacht. Dem untergetauchten und von den Behörden für tot gehaltenen Gereon Rath wird es derweil zu gefährlich in Deutschland, er besteigt einen Zeppelin, um in die USA zu entkommen. Während Charly versucht, Fritze aus der Klinik rauszuholen, das Verschwinden von Greta zu klären und den Mordfall zu lösen, geschehen jenseits des Atlantiks Dinge, die sie niemals für möglich gehalten hätte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2022
Eine mögliche Enttäuschung in Volkers Kutschers neuem Krimi hält Kira Kramer gleich zu Beginn fest: Es ermittelt nun nicht mehr Gereon, sondern Charlotte Rath. Ob dieser Tausch nun so sinnvoll war, wird von der Rezensentin mal dahingestellt, denn Charly tritt genau so auf wie der Ermittler in den acht vorhergehenden Bänden. Der Fall selbst sei zweifach gestrickt: In Berlin haben sich die Nazis durchgesetzt, da taucht die Leiche eines SS-Funktionärs auf und die Tatverdächtige ist ausgerechnet Charlys engste Freundin. In New York hat sich Raths vormaliger Widersacher eingenistet und vertickt Kokain. Ziemlich komplex, versichert Kramer, und nicht zum Einstieg in die Reihe geeignet. Sie lobt Kutschers Fähigkeiten, den historischen Hintergrund überzeugend auszuleuchten und verzeiht ihm kleinere Schwächen im Spannungsaufbau. Auch von der Stimme David Nathans ist sie überzeugt, sie begeistere vor allem durch ihre dialektale Wandelbarkeit. Kira Kramer ist gespannt auf das Finale der Reihe, das sich mit der Reichspogromnacht befassen soll.
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