Die wichtigsten Porträts des bekannten Literaturkritikers aus zwanzig Jahren: spannend erzählte Begegnungen mit Büchern und deren Verfassern - von Marcel Proust bis Christoph Ransmayr. Er ist ein Erzähler: Das prägt von früh an die Arbeiten und Analysen des Literaturkritikers Volker Hage. Stets ist bei ihm das Urteil mit der höchst anschaulichen und verständlichen Darstellung von Werk und Autor verbunden, ob bei Klassikern oder Zeitgenossen. Zahlreiche Begegnungen mit Schriftstellern zählen zu den journalistischen Höhepunkten seiner Tätigkeit als Redakteur bei renommierten Blättern wie der "Frankfurter Allgemeinen", der "Zeit" oder dem "Spiegel". Immer wieder geht es Hage dabei um die Frage des autobiografischen Hintergrunds, der Mühsal des Schreibens und der Freude am fertigen Werk, der Krisen, Brüche und des Selbstverständnisses. Auch die Erfahrungen des Redakteurs im Umgang mit Schriftstellern fließen ein, wie sie sich in Telefongesprächen und Korrespondenzen manifestieren. Das macht die Porträts nebenbei zu einem Spiegel der Wechselwirkung von Zusammenarbeit, Nähe und Distanz. Die Auswahl der Porträts zeigt die subjektiven Vorlieben eines intimen Literaturkenners.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2020
Rezensent Fritz Göttler faszinieren die 21 "Schriftstellerporträts" vom Literaturkritiker Volker Hage, der über seine Begegnungen mit "Weltenbummlern" und "Ausreißern" wie Max Frisch, Samuel Becket, Christa Wolf, Imre Kertész, Peter Handke und anderen Literaturgrößen schreibt. Dass sich Volker Hage in seinen Schriftstellerporträts nicht direkt auf die literarischen Werke, sondern eher auf Autobiografisches konzentriert, stört den Rezensenten nicht. Viel mehr gelinge es Hage die Werke der Autoren auf diese Weise zu durchdringen und beispielsweise Romane von Max Frisch mit "selbstverständlicher Klarheit" zu versehen, findet Göttler. "Komisch grotesk" lesen sich die Hoch- und Tiefpunkte zwischen Peter Handke und seinem Verleger Siegfried Unseld, die Göttler zuweilen an "Liebesgeschichten" erinnern.
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