Herausgegeben von Stefanie von Schnurbein und Justus H. Ulbricht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2002
Der Vermessung der Religionslandschaft des 20. Jahrhunderts, glaubt Rezensent Friedemann Voigt, eröffnet die vorliegende Untersuchung völkischer Glaubenssysteme seit 1900 einiges an Neuland. Allerdings hat Voigt so seine Zweifel, ob die angebotenen, durchaus hilfreichen Theoreme von Säkularisierung, Individualisierung und Dechristianisierung ein hinreichend präzises Instrumentarium abgeben, wenn es um die Frage geht, inwiefern die verhandelten 'arteigenen' Glaubenssysteme noch unter dem Religionsbegriff zu fassen sind. Voigt selbst spricht lieber von "Religionsderivaten", denen die "bildungsbürgerlichen Rationalismuskritiker" erlagen. Und schickt warnend hinterher, dass wir uns auch heute nicht sicher wähnen sollten. Dies bedeutet ihm ein Aufsatz aus dem besprochenen Band, der Tolkiens "Herr der Ringe" auf das Reservoir der nordischen Sagen zurückführt. Deren Wiederentdeckung und Popularisierung, so Voigt, sei im Rahmen der völkischen Religion betrieben worden.
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Svenja Leiber: Nelka Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden…