Virginia Woolf

Augenblicke des Daseins

Autobiografische Skizzen
Cover: Augenblicke des Daseins
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012
ISBN 9783100925220
Gebunden, 272 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. Die Kunst des Erinnerns: Fünf hinreißende und bewegende Skizzen aus einem schwierigen Leben Neben ihren Tagebüchern und Briefen hat Virginia Woolf einige Memoiren hinterlassen, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Den ersten dieser Texte schrieb sie mit 26 Jahren, lange bevor sie als Schriftstellerin hervortrat; an dem letzten arbeitete sie bis wenige Monate vor ihrem Tod. Mit fast analytischer Genauigkeit hält sie den Zauber, aber auch die Schrecken und Abgründe ihrer Kindheit fest. Sie berichtet von der allmählichen Befreiung aus der Enge ihres viktorianisch-prüden Elternhauses und von den Anfängen der legendären "Bloomsbury Group".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.05.2013

Virginia Woolf war nicht nur Romanautorin, Essayistin und Kritikerin, sie hat auch zeitlebens Tagebuch geführt und rund viertausend Briefe verfasst, weiß Karl-Markus Gauß. Aber auch in den täglichen Eintragungen und in ihrer Korrespondenz verrät Woolf kaum etwas über ihre innersten Beweggründe, ebenso wenig über ihre Obsessionen und Krankheiten, die sie schließlich in den Freitod trieben, berichtet der Rezensent. Genau das macht die fünf Texte in "Augenblicke des Daseins" so besonders, erklärt Gauß, denn in diesen versucht sie "unerschrocken die verborgenen Winkel ihrer Seele" auszuleuchten und wendet sich detailliert, gelegentlich gar mit snobistischem Stolz, ihrer eigenen Familiengeschichte zu. Wer wissen will, wie Virginia Woolf wirklich dachte und fühlte und "sich das Leben schwer machte", wird an diesen autobiografischen Texten nicht vorbeikommen, meint der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2012

Unverändert begeistert ist Rezensentin Verena Auffermann von zwei Werken von Virginia Woolf, die jetzt in einer neuen Übersetzung vorliegen. Richtig glücklich macht die Kritikerin das von Brigitte Walitzek übersetzte, aus autobiografischen Skizzen bestehende Buch "Augenblicke des Daseins" und sie kann versichern, dass man auch bei großer Vertrautheit mit den Werken Woolfs immer noch Neues entdeckt. Auffermann schwärmt von der "Unmittelbarkeit", der Unverblümtheit und der intellektuellen Unabhängigkeit, die aus diesen Erinnerungen sprechen, auch wenn die englische Schriftstellerin über ihre körperlichen und psychischen Zusammenbrüche schweigt. Sehr gelungen findet die Rezensentin die Übersetzung, die Kommentierung lobenswert zurückhaltend und sie zeigt sich überhaupt durch und durch angetan von Woolfs Erinnerungsskizzen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2012

Die jetzt erschienene Neuübersetzung von Virginia Woolfs erstmals 1976 im englischen Original publizierten Sammelband mit fünf autobiografischen Texten manifestiert laut Florian Balke zwei Hauptthemen ihres Schreibens: es ist einmal das Bemühen um ein bewusstes Leben, das sich nicht in Unbestimmbarkeit und Nichtigkeit auslöst, und dann das Ringen um die adäquate literarische Form, dieses Leben festzuhalten. Insgesamt wirkt der Rezensent von der Neuausgabe recht angetan und er weist eingenommen auf den umfangreichen Anmerkungsapparat hin. Über die Übersetzung lässt Balke nichts anderes hören, als dass die Entscheidung von Brigitte Walitzek, für das "semen" des Originals in "Hyde Park Gate 22" die Übersetzung "Samen" statt "Sperma" zu wählen, nicht überzeugt. Ansonsten kann man wohl davon ausgehen, dass er mit der Übertragung ins Deutsche ganz zufrieden ist.
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