William Makepeace Thackeray

Jahrmarkt der Eitelkeit

Roman ohne Held
Cover: Jahrmarkt der Eitelkeit
Reclam Verlag, Stuttgart 2023
ISBN 9783150114339
Gebunden, 909 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Die erfinderische Becky Sharp ist eine moralisch fragwürdige Romanheldin, der jedes Mittel recht ist, um die Stufen der gesellschaftlichen Leiter im viktorianischen London zu erklimmen. Mit ihrem scharfen Verstand, ihrer unwiderstehlichen Schönheit und ihrem unerschütterlichen Willen strebt sie nach Macht, Reichtum und Ansehen - koste es, was es wolle …

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 15.11.2023

Eine hervorragende Neuübersetzung von William Thackerays Gesellschaftsroman über das Viktorianische England hält Kritikerin Edelgard Abenstein hier in Händen. Der Roman, in dessen Zentrum die ambivalente Figur Becky Sharp steht, lag bisher nur in reichlich antiquierten Übersetzungen vor, so die Kritikerin. Christian Oeser vermag es, die "funkelnde Ironie" des Originals ins Deutsche zu übertragen, freut sich Abenstein, und gibt Becky trotz allem Sarkasmus der Vorlage eine "schwebende Eleganz". Thackeray fügt die Geschichte in ein breites historisches Panorama vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege ein, mit "grandiosen" Gesellschaftsszenen: Die Rezensentin verfolgt also umso lieber noch einmal Beckys Versuch, sich in der Welt der Reichen einen Namen zu machen, vor Lügen, Intrigen und Doppelmoral nicht zurückschreckend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2023

"Fein austarierte Prosa" liest Rezensent Paul Ingendaay hier, vor allem auch dank der Neuübersetzung von Hans-Christian Oeser. Dieser vermag es, im Gegensatz zu älteren Übersetzungen, die sozialen Unterschiede der Figuren anhand ihrer Sprache herauszuarbeiten und überträgt die Feinheiten von Thackerays Stil auch in übriger Weise gekonnt ins Deutsche. Die Hauptfigur Becky fasziniert den Rezensenten in dieser Gesellschaftssatire auch heute noch: scharfsinnig, schön, dabei manipulativ und kühl ist diese Frau, die sich in der Londoner Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts behauptet. Dort passiert, was in englischen Gesellschaftsromanen dieser Zeit immer passiert, so Ingenday: es wird intrigiert, gespielt und versucht, auf der sozialen Leiter aufzusteigen. Thackerey schildert dies aber auf herausragende Weise, so der Rezensent. Mit seinen Beobachtungen, zuweilen durchsetzt mit einem gewissen Zynismus, "sprengte" er den konventionellen Sittenroman "von innen" und schuf so ein "unsterbliches" Werk, schließt der hingerissene Rezensent.

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