Victor Hugo unternahm in seinem Leben zwei Rheinreisen, 1839 und 1840. Seine Eindrücke hielt er in seinem Prosatext "Le rhin" fest. Darin schildert er nicht nur den Ort von Sagen, Märchen und Ruinen, der der Rhein für ihn von Kindheit an war, sondern setzt sich auch mit dessen politischer Bedeutung als Grenzfluss zwischen Frankreich und Deutschland auseinander. Und sowohl vor Ort als auch aus der Erinnerung entstanden über 100 Rheinzeichnungen. Denn Hugo war auch ein begnadeter Zeichner. In jüngster Zeit wird er mit seinen phantastischen, magischen Blättern als ein Künstler der frühen Moderne erkannt und William Turner und Gustave Moreau an die Seite gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.07.2010
Stephan Speicher feiert Victor Hugos Bericht seiner großen Rheinreise von 1840 als "bedeutsames" Werk und zitiert ausgiebig daraus, um einen Eindruck von der Verbundenheit des Schriftstellers mit dieser "europäischen Sehnsuchtslandschaft" schlechthin zu wecken. Nicht nur Hugos Neigung zur Schauerromantik lässt sich hier laut Rezensent ablesen, auch politische Vorstellungen zeigen sich in seinem Traum von einer freundlichen Verbundenheit von Franzosen und Deutschen in einer Zeit, in der das Erstarken des Nationalgefühls beiderseits des Rheins zu spüren ist. Bei aller Dankbarkeit für diese Auswahl aus Hugos romantischem Rheinreisebericht, dem - auch dafür dankt der Rezensent - Zeichnungen des Autors beigegeben sind, wächst in Speicher die Sehnsucht nach einer Gesamtausgabe von Hugos Schrift mit allen Zeichnungen.
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