Die sechs Bände präsentieren die thematische, erzählerische und mehrsprachige Bandbreite Baums zwischen Wien, Berlin und Hollywood: von der frühen Novellensammlung "Die andern Tage" (1922/31), den neusachlichen Ullstein-Romanen "stud. chem. Helene Willfüer" (1928/29) und "Menschen im Hotel" (1929, ergänzt um den Erstdruck der Theaterfassung von 1930), über den (selbst-)kritischen Filmroman "Leben ohne Geheimnis" (1932) bis zu dem zwischen Autobiografie und Zeitgeschichte angesiedelten Roman "Marion lebt" ("Marion Alive", 1942) und dem 1945 erstmals auf Deutsch erschienenen, kolonialismuskritischen Roman "Kautschuk" ("The Weeping Wood", 1943) in neuer Übersetzung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.09.2025
Zu Unrecht ist das Werk Vicki Baums oft als bloße Unterhaltungsliteratur abgestempelt worden, ohne dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihren rund 30 Romanen erfolgt wäre, findet Rezensent Wilhelm von Sternburg, der sich nun über die sechsbändige Auswahlausgabe freut. Unterhaltend sind die Romane auf jeden Fall, findet er, aber auf kluge Weise: Sie nutzt Montagetechniken und eine "handwerklich glänzende Dramaturgie", um etwa in "Menschen im Hotel" von den Hoffnungen und Problemen der modernen Menschen zu erzählen. Die Autorin ist eine ziemlich progressive Frau, so Sternburg, das Familienleben mit Mann und zwei Söhnen gestaltet sie nach ihren eigenen Vorstellungen. Schon 1932 geht die jüdische Schriftstellerin nach Amerika, dort arbeitet sie auch an Hollywood-Drehbüchern, behält aber ihren Außenseiter-Status bei, wie wir erfahren. In dieser Auswahl aus ihrem schriftstellerischen Schaffen lernt der Kritiker eine ironische, lustige, lesenswerte Autorin kennen, die zu Unrecht von der Kritik verkannt wurde.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Maxim Biller: Schwarze Samstage Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester…