Verena Olejniczak Lobsien

Skeptische Phantasie

Eine andere Geschichte der frühneuzeitlichen Literatur
Cover: Skeptische Phantasie
Wilhelm Fink Verlag, München 1999
ISBN 9783770534302
Kartoniert, 351 Seiten, 44,99 EUR

Klappentext

Die Frühe Neuzeit ist mehr und anderes als bloße Vormoderne. Nicht erst die aktuelle "Selbstsorge"-Diskussion hat deutlich gemacht, in welchem Ausmaß sich diese Epoche unter Rückgriff auf bestimmte hellenistische Denkfiguren zu verstehen suchte. Dabei ist ihr auffallendes Interesse an der antiken Skepsis eher unbemerkt geblieben. Ebenso wenig scheint die - bei allen Differenzen der jeweiligen Verwandlungsgestalten - nur wenig gebrochene Überlieferungskontinuität des neuplatonischen Denkens bisher in das literaturwissenschaftliche Blickfeld gerückt zu sein. Das ist erstaunlich. Denn die frühneuzeitliche Literatur schöpft aus eben diesen Quellen. Die hier vorgelegte Literaturgeschichte unternimmt es, in exemplarischen Lektüren einiger der berühmtesten und verschiedener weniger bekannten Texte im Gang von der Programmschrift der pyrrhonischen Skepsis über den Cusaner, Montaigne, Shakespeare und Cervantes bis zu Autorinnen der englischen Restaurationszeit zu zeigen, inwiefern skeptisch-platonisches Denken ein Wegweiser in die Literatur als eigenes Erkenntnismedium ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2000

Mit Interesse berichtet der Rezensent mit dem Kürzel "gba." über diesen Band, der eine "andere Geschichte" der frühneuzeitlichen Literatur verheißt. Dem Rezensenten gefällt vor allem, wie Lobsien scheinbar entfernte Autoren wie Shakespeare und Montaigne oder Cervantes und Robert Burton durch eine "minuziöse" Lektüre in unvermutete Parallelen bringt. Hier scheint denn auch eine Frühgeschichte der Skepsis erzählt zu werden, die diese Autoren zu Vorläufern der Moderne mache. Der Rezensent wünscht sich nach diesen Studien einen größeren Band der Anglistin über Shakespeare.

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