Texte zum Teil in englischer Sprache. Die hier vorgelegte Lektüre sämtlicher Shakespeare-Sonetten zeigt, dass sich der Dichter nicht auf eine Liebeskonzeption festlegen läßt. Die Gedichte künden von Männerliebe, von der großen heterosexuellen Leidenschaft, aber auch von komplizierten Dreiecks- oder "Vierecks"-Verhältnissen. Erstaunlich mutet Shakespeares Offenheit an, mit der er das Problem Liebe immer wieder umkreist. Im Kern der Sonette findet sich als Themenkern das Extrem geistigseelischer, sexueller und leidenschaftlicher Liebe in mannigfachen Abstufungen zwischen dem Dichter und der Dark Lady, dem Dichter und dem Freund und zwischen allen dreien; Shakespeares Sonette gestalten das Thema Liebe in allen Höhen und Tiefen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2004
Der mit "sab" zeichnende Rezensent gratuliert Jürgen Klein zu seiner "vielschichtigen Interpretation" der Shakespeare-Sonette, in der "spontane Lektüreerlebnisse" mit "jahrzehntelanger systematischer Leseerfahrung" aufs Erfreulichste verbunden sind. Klein lese die Sonette als eine Art "Seelentagebuch", das "zur Gedichtsequenz transformiert" werde. Hierin reihe er sich in die lange Tradition der biografischen Shakespeare-Interpretationen ein, doch findet der Rezensent bemerkenswert, wie Klein auf "das Besondere und das besonders Rätselhafte" in den Sonetten stößt, wie er "den ideengeschichtlichen Hintergrund der Sonette auf deren sprachliche Beschaffenheit bezieht", ohne jedoch das einzelne Gedicht als Einheit aus den Augen zu verlieren. Daraus ergeben sich für den Rezensenten Deutungen, "die individuelle und mythische Liebeserfahrung verknüpfen". Schließlich macht der Rezensent dem Autor das Kompliment, dass die "Zurückhaltung seines Deutungsangebot" die Neugierde des Lesers auf die Verse selbst weckt.
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