Aus dem Englischen von Ebba Drolshagen. Als eine der wenigen Frauen ihrer Generation besteht Vera Brittain 1914 die Aufnahmeprüfung zum Oxford College, zudem mit Bravour. Nur wenig später verliebt sie sich in den hochbegabten Roland, einen Freund ihres älteren Bruders Edward. Doch der jähe Ausbruch des Ersten Weltkriegs macht nicht nur die Träume der außergewöhnlichen Frau, sondern die einer ganzen Generation zunichte: Roland und Edward kommen, wie so viele ihrer Freunde, in den Schlammwüsten des erbarmungslosen Kriegs zu Tode. Sie selbst bricht das Studium ab, geht als Hilfskrankenschwester an die Front und wird Zeugin unausdenkbarer Qualen der Opfer und der Überforderung der Helfer in London, Malta und Étaples. Als sie 1918 völlig desillusioniert nach England zurückkehrt, weiß sie mit Bestimmtheit: Nur wenn der Pazifismus die Menschen so erregt, wie es die Anspannung in Kriegszeiten tut, kann die sinnlose Vernichtung von Leben und Zukunft aufgehalten werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2019
Renate Wiggershaus zeigt sich gerührt durch Vera Brittains Bericht über ihre Reise ins besiegte Deutschland im Jahr 1925. Der im Original 1933 und jetzt erstmals auf Deutsch erschienene Bericht, in dem sich die Autorin auch an ihre Zeit als Krankenpflegerin im Ersten Weltkrieg erinnert, an die eigenen familiären Verluste und die Qualen der Soldaten, zeugt für Wiggershaus von seltener Kraft und Einsicht. Als Leserin macht die Rezensentin die Erfahrung einer von eigenen Erinnerungen belebten, ohne Polemik auskommenden Klageschrift gegen eine Welt, in der Kriege möglich sind.
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