V.S. Naipaul

Des Nachtwächters Stundenbuch

Und andere komische Entdeckungen
Cover: Des Nachtwächters Stundenbuch
Claassen Verlag, München 2004
ISBN 9783546003544
Gebunden, 383 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Kathrin Razum und Walter Ahlers.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2005

Bestens amüsiert hat sich Rezensent Georg Sütterlin bei der Lektüre dieser frühen Texten des indischstämmigen Nobelpreisträgers V. S. Naipaul. Zu seiner Überraschung nämlich sind die frühen Werke Naipauls, der ja nicht gerade für Humor und Komik bekannt ist, "voll freundlicher Satire und feiner Ironie". In vielen Texten, in denen Naipaul die kleinen Leute Trinidads - Schwarze, Inder und Mischlinge - porträtiert, erwachse die Komik auch aus der Verwendung des lokalen Dialekts, des "Patois". Ein Reiz, der zum Bedauern Sütterlins in der Übersetzung "weitgehend verloren geht". Zwar seien die Texte dieses Bandes mehrheitlich in Trinidad angesiedelt. Aber Naipaul, der 1950 mit 18 Jahren nach England emigrierte, habe sich schon früh auch an englische Themen gewagt. In diesem Zusammenhang hebt Sütterlin die Erzählung "Die idealen Mieter", eine "burleske Schilderung" eines Mietshauses und seiner nicht immer kompatiblen Insassen, hervor. Auch der Roman "Mr. Stone und die Gemeinschaft der firmen Ritter" habe einen englischen Protagonisten und einen englischen Schauplatz. Als "Höhepunkt" dieser "etwas kunterbunten" Sammlung nennt Sütterlin die Novelle "Eine Flagge über der Insel", in der Naipaul mit "bissigem Humor" kolonialistisches Verhalten, nationales Bewusstsein und die enttäuschten Hoffnungen jener, die von der Unabhängigkeit Segnungen aller Art erwartet haben, umkreise.
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