Andrew McMillan

Herzgrube

Roman
Cover: Herzgrube
Claassen Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783546100687
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Robin Detje. Seit die Grube in Barnsley geschlossen wurde, prägt Vergangenes die Stadt. Während Simon sein Geld im Callcenter und durch Sexarbeit verdient, einmal in der Woche als Dragqueen auf der Bühne steht und sich an die Zeche kaum noch erinnern kann, hat sein Vater Alex jahrzehntelang in der Dunkelheit der Minen gearbeitet. Erinnerungen drohen ihn einzuholen, und gleichzeitig bereitet Simon sich auf seine bisher größte Show vor.mn

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.04.2025

In den letzten Jahren haben Romane über Klassenbewusstsein und Homosexualität Konjunktur, hält Rezensent Ulrich Rüdenauer fest, der mit Andrew McMillans Debütroman ein besonders gelungenes Exemplar in den Händen hält. Schon der Titel "Herzgrube" eröffnet diesen Spannungsraum, erklärt er, in dem er einerseits die Gefühlsbetontheit von McMillans Schilderungen ausstellt, andererseits aber auch auf die Bergbau-Vergangenheit des Ortes Barnsley aufmerksam macht. So liest Rüdenauer in dieser "polyphonen" Geschichte, aus der er ausführlich zitiert, von Simon, dem schwulen Protagonisten, aber genauso von "impressionistisch-poetischen Beschreibungen" der Bergwerksarbeit und von soziologisch orientierten Befragungen, wie diese Geschichte die Region geprägt hat. Für Simons Vater Alex ist das Wort schwul "wie ein sorgenvoller Stich", dieser Konflikt nimmt in dem Roman viel Raum ein, erzählt der Kritiker, den die Geschichte um Sichtbarkeit und Herkunft gerade auch durch ihre Bezüge zumGroßbritannien der 80er Jahre überzeugt.