Salley Vickers

Miss Garnet und der Engel von Venedig

Roman
Cover: Miss Garnet und der Engel von Venedig
Claassen Verlag, Düsseldorf 2002
ISBN 9783546003070
Gebunden, 320 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karen Nölle-Fischer. Wenn ein Fräulein eine Reise nach Venedig tut ... Sie besteht darauf, "Fräulein" genannt zu werden. Und es ist zu vermuten, dass sie unter ihren karierten Röcken Liebestöter trägt. Für Venedig ist Miss Garnet wahrlich nicht gerüstet. Aber dann zieht die Stadt sie in ihren Bann und macht sie mit der Liebe, dem Licht - und einem verschwundenen Engelsgemälde bekannt. Ein Venedig-Roman um eine liebenswerte alte Jungfer, deren Leben völlig auf den Kopf gestellt wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2002

Von der Idee, die klassische Alte Jungfer zur Hauptfigur eines Romans zu machen, scheint der Rezensent Dieter Bartetzko zunächst wenig angetan, doch er erteilt der Autorin großzügig das Recht dazu - aufgrund ihrer Erfahrungen als Psychoanalytikerin. Der Roman erzähle die Geschichte eines Auf- und Abblühens: Die Lehrerin Miss Garnet, die mit einer Freundin geplant hatte, nach der Pensionierung eine Reise zu unternehmen, sitzt nach deren überraschendem Tod allein im Reisebüro und fährt für ein halbes Jahr nach Venedig. Die Schönheit der Stadt bricht ihren Panzer auf: Sie beschäftigt sich mit Darstellungen des Erzengels Raphael, lernt dabei Menschen kennen und findet zu sich selbst. Lichtmetaphern, so Bartetzko, tragen die Inszenierung dieser Entdeckungsreise. "Oro pallido", blasses Gold werde zum Schlüsselbegriff ihrer Studien und ihrer Selbstfindung. Ihre verhärmte Abschätzigkeit dem Leben gegenüber weicht dem Bedauern über Versäumtes in einer für den Rezensenten "fesselnden Erzählung". Und doch - bald muss Miss Garnet erkennen, dass alles nur Lug und Trug war, und sie sucht den Weg zurück in das gepanzerte Leben. Und genau hier verspielt sich die Autorin die Gunst des Rezensenten. In Freudscher Hörigkeit kehrt auch sie in ihren Analytiker-Panzer zurück, bedauert Bartetzko, und verhilft "Raphaels Todfeind - der leidenschaftslosen Rechtschaffenheit" zum Sieg in einem "altjüngferlichen Ende".
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