S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783103977011 Gebunden, 144 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Uwe Kolbe spricht in seinem neuen Gedichtband von der Elbe und ihrem weit gefassten Einzugsgebiet. Die Gedichte folgen autobiographischen und zeitgeschichtlichen Spuren, vomSchleppkahn der Eltern im Interzonenverkehr zwischen Ost und West über die Verbrechen der NS-Zeit bis zu heutigen, realen Ufern. Poetische Momentaufnahmen wie die Zusammenschau von Wanderungen und Reisen entlang der Gewässer wechseln sich ab. Dabei strömen und mäandern die Gedichte wie die Gewässer selbst. Und natürlich führen sie uns auch zu den Quellen: zu den realen der Elbe im tschechischen Riesengebirge, vor allem aber zu den Mythen und Legenden, die die Elbe mit sich führt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.03.2026
Rezensent Jürgen Verdofsky folgt dem 1957 geborenen Dichter Uwe Kolbe begeistert auf eine poetische Reise entlang der Elbe, von der böhmischen Quelle über Magdeburg und Hamburg bis zu den amerikanischen Flüssen. In sechs Zyklen verschränke Kolbe Landschaft, Geschichte und Biografie zu einer strömenden Erinnerungsdynamik: "Wir lagen im Industriehafen nahe Magdeburg. / Rothensee. Der Hund versoffen in Hamburg- / Harburg." Die Elbe werde dabei zum "Aschefluss", der die Toten von Theresienstadt mit sich führe, aber auch zum Schauplatz des Torgauer Handschlags. Bis in die Gegenwart führen die Verse, auch nach Charkiw und Odessa, so Kolbe. Der Kritiker bewundert die "poetische Selbstgewissheit" der Gedichte, deren formales Experiment nie so weit gehe, dass das Interesse erlösche, man folge "flagranten Spuren wie Lockrufen". So entstehe eine eindringliche, nie simple, aber gut lesbare Poetik der Erinnerung, der man nach Verdofsky aufmerksam und mit Gewinn folgt.
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