Uwe Dick

Sauwaldprosa

Roman
Cover: Sauwaldprosa
Residenz Verlag, Salzburg 2008
ISBN 9783701715077
Gebunden, 587 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Doch prüf die Texte hin und wieder", so lautet eine Quintessenz (a Essenz, de man quint, wenn ma lang gnua nochdenggt) aus Uwe Dicks Prosa in progress: einer Wandersonate immer neuer Abzweigungen - komponiert aus dem Motiv-Dreiklang SAU, WALD und PROSA. Von jeder Zeile aus ist es gleich weit zur nächsten Überraschung. Insonahe kann jeder kreuz und quer lesen, seinen Sauwald erkunden. Das Wortwurzelwerk des poetischen Rebellen wider alle Hierachien - Dichtung des Zorn und Heidenspaß, Grobiansidiotikon und subtile Wortkunst - speist eine Wortkabbala ohnegleichen: Magischer Surrealismus weitet das Innviertel zum Universum...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.11.2008

Uwe Dicks Opus magnum "Sauwaldprosa", das der Autor seit Jahren fortschreibt und das seit den 70ern immer mal wieder in erweiterter oder veränderter Form erscheint, beeindruckt Burkhard Müller schon allein durch seine schiere Energie. Denn es ist vor allem unbändiger Zorn, der diese Prosa befeuert und der sich in gewollten Grobheiten austobt, so der Rezensent fasziniert. Dick schreibt aus der tiefsten Provinz heraus - der Sauwald liegt irgendwo hinter Passau - und behandelt nach eigenen Angaben nur, was er "selbst erfahren" habe, erklärt der Rezensent. Berührt zeigt er sich von Passagen, die aus diesem begrenzten Standpunkt ins "Große und Hohe" reichen, etwa, wenn Dick mit der Haushälterin Alfred Kubins spricht, die schwärmt, dass sie durch die Grafiken und Erklärungen des Malers "schaugert worn" sei. Dieser "rauzarte" Dialekt ist für den Rezensenten weit entfernt vom Gemütlichkeitsbajuwarisch und an solchen Stellen wird es für Müller "hell". Anders dagegen, wenn der Autor sich lachend über seine dumpfen Mitmenschen erhebt oder stets mit den gleichen Schimpfwörtern auf sie eindrischt, hier packt Müller mitunter das Unbehagen. Trotzdem, wie sich Dicks Schreiben gegen alles und jeden - gegen die "Journullisten" vom "Pfuilleton", besonders der SZ - scheint er dabei einen besonderen Groll zu hegen -, nicht zuletzt trotzig gegen den Tod auflehnt, ringt dem Rezensenten viel Respekt ab.
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