Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles.
Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2017
Tilman Spreckelsen findet in Ursula Poznanskis Jugendroman ein Buch zur Zeit. Der Leser kann zusammen mit der hochbegabten jugendlichen Hauptfigur die Grenzen des Wissens (über andere) und der Technik ausloten, meint Spreckelsen. Die gewählte (defizitäre) Perspektive des arroganten Genies gibt dem Leser die Chance, so Spreckelsen, selbst tätig zu werden und über die Handlung nachzudenken, über die Vor- und Nachteile des Allwissens, laut Rezensent erfreulicherweise aber ohne vom Text auf eine Lehre gestoßen zu werden. Der einfache, aber nicht schlichte Erzählstil der Autorin, die geschickt falsche Fährten legt, gefällt dem Rezensenten. Ebenso, dass die Frage, was vorzuziehen sei, Technik oder emotionale Intelligenz, im Buch offen bleibt zugunsten eines Plädoyers für Besonnenheit, Aufklärung und gesunde Skepsis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2016
Andrea Lüthi hat diesen Roman mit Spannung gelesen. Die österreichische Autorin sei eine Spezialistin für Jugendthriller, die mit großer Freude technische oder gesellschaftliche Trends aufgreife. Hier also eine Drohne, die Handys bespitzeln kann, und in den Händen des Protagonisten zugleich zu einem Instrument der Überwachung und der Aufklärung wird. Der Held, anfangs ein hochbegabter Schnösel, wird der Rezensentin dabei im Lauf des Romans immer sympathischer, auch weil er den Wert der Freundschaft kennenlernt. Sie gibt eine klare Lesempfehlung.
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