In dem beschaulichen Städtchen herrscht Ausnahmezustand: Es ist die Zeit des Jugendfests. Überall werden Kränze geflochten, Blumen gesteckt, die letzten Vorbereitungen getroffen. Alles ist geprägt von Ritualen, Tänzen und Gesängen. Der Tausch von Eichenblatt und Granatblüte ist ein Versprechen, das im Sommer 1956, als Mauros Mutter Helen daran teilnahm, noch einer Verlobung gleichkam. Doch davon, und von dem damit verbundenen Geheimnis, ahnt Mauro nichts. Er ist an den Ort seiner Jugend zurückgekehrt, um sich um seine demenzkranke Mutter zu kümmern. Erst nach und nach versteht er, dass hinter ihren zusammenhangslosen Worten mehr steckt, und er beschließt, das Geheimnis zu lüften ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2012
Mit dem Schweizer Journalisten Urs Augstburger heimatliche Traditionen erkunden, ginge laut Sandra Kerschbaumer noch in Ordnung. Zumal der Autor im Zusammenspiel von rituellem Dorffest, den Kindheitserinnerungen des Helden und den Liebeleien der nunmehr greisen Mutter den Zeitenwandel und, ja, des Autors "aufrechten Impuls" verspürt, sprich: Augstburger schildert sowohl das Schweizer Patriarchat als auch den Nationalismus seiner Heimat. Das reicht eigentlich nicht, auch klar. Kitschig schlimm aber wird's für die Rezensentin, wenn der Autor seine "Regionalgeschichte mit Herz" (brrr!) im Zentrum mit der Demenzerkrankung der Helden-Mutter zu garnieren versucht. Eine ästhetische Herausforderung, der Augstburger nicht gewachsen ist, wie Kerschbaumer feststellt.
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