Die Chancen und Risiken biomedizinischer Entwicklungen werden innerhalb der Wissenschaft und in den Medien breit diskutiert. Wie aber erfolgt die Aneignung dieser Wissensbestände, wie kommt das neue Wissen "unter die Leute"? Im Mittelpunkt des Bandes steht genau diese Frage nach dem "Wie" der Weitergabe, Vermittlung und Aufnahme biomedizinischen Wissens in Alltagswelten - also nach der Prozessierung neuer biomedizinischer Wissensbestände. Anhand konkreter Beispiele werden verschiedene Mechanismen des Wissenstransfers vorgestellt, so dass sich eine analytische Grundlage für das Verstehen der lebensweltlichen Relevanz biomedizinischen Wissens eröffnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2011
Marketing meets Wissenschaftsvermittlung, wenn es um Neuro-Enhancement geht, bemerkt Petra Gehring ergänzend zu Torsten Heinemanns Analyse der Debatte ums Hirndoping. Wenn schon der Verbraucher keinen messbaren Nutzen hat von der Medikalisierung seines Alltags, so schließt Gehring aus Heinemanns Beitrag in diesem Band von Katharina Liebsch und Ulrike Manz, haben immerhin Ethiker und Pharmabranche ihren Vorteil. Eine Erkenntnis, zu der ihr Heinemanns Darstellung der Hirndoping-Karriere verhilft. Vor allem seine quellengestützte Darlegung der Tatsachen lässt sie staunen: Keine Leistungssteigerung, keine ethisch neue Fallkonstellation, nirgends. Dafür viel heiße Luft, bestenfalls Zukunftsmusik ferner Märkte, auf die der Konsument schon mal eingestimmt wird.
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