Reisen: eine Lust. Ein Abenteuer. Ein Irrsinn. Wie lange braucht man, um zu lernen, wie ein Kamel auf Fersen zum Pool zu gehen? Zu verstehen, dass "Cbrt rntl" Cabaret oriental heißen soll? Auf welchen Wegen nähert man sich Orten, an denen es nach Schweiß riecht, nach Feuer, Mensch und tierischer Angst?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.12.2008
Rezensent Rolf-Bernhard Essig hält sich mit einem eindeutigen Urteil zu diesem Gedichtband von Ulrike Draesner zurück und belässt es dabei, seine Eindrücke zu beschreiben. Wie Essig von seiner Lektüre berichtet, beginnt sie, eh sie ihn "weit in die Fremde" führen wird, mit dem Schweigen der Dichterin. Die Stille irritiert, sichert sich aber seine Aufmerksamkeit. Eine neue "Freude an Neologismen", entdeckt Essig in den Gedichten zudem und viel Lokalkolorit, sei es bayrisches oder maghrebinisches, nahöstliches oder indisches. Schließlich hebt Essig noch hervor, welche "Weite der Zeiten" Draesner abmisst, wenn sie etwa in einem einzigen Wörterpaar wie "mikrowelle, salome" zweitausend Jahre umspannt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008
Ulrike Draesners Debüt "gedächtnisschleifen" und ihr neuster Band, "berührte Orte", haben der Rezensentin Angelika Overath durchaus gefallen. Overath beschreibt Draesner, eine studierte Literaturwissenschaftlerin, als "formwache Autorin mit einem ganz eigenen Sound". Die frühen Gedichte stellen "physisch-psychische" Eindrücke von Natur und Umgebung dar, erzählt Overath, während die neue Lyrik den Leser noch weiter in Fragen über die Beziehung zwischen Erleben und Ausdruck involviere. Die Gedichte, so Overath, wollen "erfahren werden". Die Frage danach, was Gedichte leisten können, beschäftige nicht nur Draesner, sondern dränge sich gleichwohl dem Leser auf. Auch wenn Draesners Impressionen auf der Oberfläche zum Teil sehr abstrakt wirkten, konnte Overath ihnen stets etwas persönliches abgewinnen und lobt die Dichterin für ihre Kreativität.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…