Ulrich Wickert

Ihr seid die Macht!

Politik für die nächste Generation
Cover: Ihr seid die Macht!
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783871343780
Gebunden, 141 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

"Idioten" nannten die alten Griechen diejenigen, die sich nicht um die Politik kümmerten, also allen öffentlichen Angelegenheiten und Streitigkeiten aus dem Weg gingen und so in Kauf nahmen, dass andere über sie bestimmten. Um kein Idiot zu sein, muss man aber nicht zwangsläufig Politiker werden, meint Ulrich Wickert. Denn die Spielregeln und Wertvorstellungen unserer Gesellschaft werden nicht erst im Parlament ausgehandelt, sondern überall dort, wo Menschen aufeinander treffen und darüber streiten, wie gemeinsame Aufgaben zu erfüllen und Konflikte am besten zu lösen seien. Genau hier - am Küchentisch, auf dem Schulhof, auf der Straße oder im Supermarkt - spielt in diesem Buch die Politik. Hier werden die grundlegenden demokratischen Werte Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz immer wieder neu mit Leben erfüllt. Da ist Politik plötzlich gar nicht mehr abstrakt, denn schon ein Einzelner kann dazu beitragen, die Gesellschaft zu verändern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2000

Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert versucht in seinem neuesten Buch, die nachwachsende Generation an politische Zusammenhänge heranzuführen. Das ist, findet der Rezensent Norbert Lammert, "verdienstvoll". Trotz des "bombastischen" Titels sei der Band alles in allem recht gelungen. Alle Abstraktion wird in Erzählung überführt, eine vierköpfige Familie wird zum Träger diverser Probleme. Etwas "weltfremd" wird es freilich, bemängelt Lammert, wenn junge Menschen ausgerechnet im Schwimmbad "Ausführungen zur Geschichte der Weltreligionen und der Religionskriege" mit offenbarer Geduld und Begeisterung lauschen. Gelegentlich gebe es Unschärfen und kleinere Fehler, besonders gelungen aber sei dann wieder das Kapitel "Mit anderen Meinungen leben". Dabei handle es sich um "ein überzeugendes Plädoyer für persönliche Toleranz".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.12.2000

Heribert Prantl fühlt sich hier - nicht nur wegen der Aufmachung - an ein Sozialkundebuch erinnert. Schon das Cover ("Wickert in Dozier-Haltung") spricht seiner Vermutung nach wohl eher Eltern an, weniger die eigentliche Zielgruppe. Was den Inhalt betrifft, ist Prantl geteilter Meinung. Kinder bräuchten mehr Spannung, findet er, eine überzeugende "Rahmenhandlung". Und auch wenn anhand einer Familie verschiedene Situationen durchgespielt werden, bei denen es um Fragen wie Verantwortung, Menschenrechte, Anarchie und ähnliche Dinge geht, so sind es nach Prantl "eigentlich (...) gar keine Geschichten". Als Beispiel nennt der Rezensent u. a. eine Debatte über Freiheit, die sich in der Familie entwickelt, weil der zwölfjährige Felix nicht ins Bett gehen will. Wickert schreibe zwar in einer sehr "einfachen, anschaulichen sehr gut verständlichen Sprache". Doch den Diskurs über den "kategorischen Imperativ" und ähnliche Dinge scheint Prantl etwas konstruiert zu finden. Letztlich läuft Prantls Urteil auf einen Kompromiss hinaus: eine "schön komponierte Unterrichtsstunde", so lautet das Fazit.

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