Das Buch erzählt vom Werden und Vergehen einer einzigen gleichsam idealisierten Rockband. Es beginnt mit dem Zusammenschluß einiger junger Männer, geht von ihren ersten Tourneen zu ersten Kontakten mit Managern und Plattenfirmen über, läßt die Musiker sodann vom Live - Konzert ins Aufnahmestudio mit seinen hochtechnischen Produktionsbedingungen wechseln, um schließlich - nach mühsamen Ersatzrekrutierungen für ausgeschiedene Bandmitglieder - mit dem Zerfall der Gruppe zu enden. Eine idealtypische Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2001
Für Manfred Papst hat der 530 Seiten lange "Wälzer" von Ulrich Spiess vor allem den Charakter eines wissenschaftlichen "Steinbruchs". Da helfen auch die berühmten Namen der beiden Doktorväter - Bazon Brock und Friedrich A. Kittler - letztlich nichts. Besonders prekär findet Papst, dass die Dissertation auf zweifelhaften Quellen gründet: Es handelt sich um das eigene Privatarchiv des Autors, der bereits als "halbwüchsiger Fan" großen Spaß fand am Zeitungszerschneiden, Sichten und Ordnen. Dass er dabei einiges übersehen hat, ist für Papst unverzeihlich, ebenso wie das fehlende "Personen- und Bandregister" am Ende des Buches. Als "Quellensammlung" bleibt die Arbeit dennoch interessant, erläutert Papst, da sie - wie auch immer - ein Stück Rockgeschichte schreibt "für den Zeitraum zwischen der ersten Beatlesplatte und dem Tod von Jimi Hendrix". Ein klarer, wenn auch nicht ganz uninteressanter Fall von wissenschaftlichem "Eiertanz" eben.
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