Ähnlich wie die Fotografie das Licht, hielten Wachswalzen und Schellack- Schallplatten vor hundert Jahren erstmals die Klänge ihrer Zeit fest. Ein Schritt mit weitreichenden Folgen: Er veränderte nicht nur, wie Menschen fortan Musik hören sollten, sondern wirkte auch auf die Musik selbst zurück. Wie prägten die ersten produzierten, also bewusst klanglich gestalteten Aufnahmen unsere Hörgewohnheiten? Wie transformierten die Tonträger, die fortan ohne menschliche Begleitung um die Welt reisten, ganze Musikstile? Ausgehend von den technologischen Innovationen vor rund hundert Jahren, untersucht der Band die Genres, Ästhetiken und sozialen Kategorien, die daraus entstanden und teils bis heute gültig sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.05.2017
Stefan Michalzik liest den von Detlef Diederichsen und Florian Sievers herausgegebenen Band mit großem Gewinn. Auch wenn das Thema auf 173 Seiten nicht allumfassend abgehandelt werden kann und sich auch problemlos andere Schwerpunkten hätten setzen lassen, wie Michalzik weiß, hält er es für einen lohnenden Ansatz, die Entwicklung der Musik in ihrer Abhängigkeit von der verfügbaren Technologie zu zeigen. Dass die Autoren die frühe Musikproduktion auf dem gesamten Globus betrachten, scheint ihm ebenfalls richtig. Aus Beiträgen wie jenem über die frühe Jazzmoderne in China erfährt der Rezensent zum Beispiel viel über die Dominanz westlicher Plattenfirmen.
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