Ulrich Schlotmann

Die Freuden der Jagd

Roman
Cover: Die Freuden der Jagd
Urs Engeler Editor, Basel 2009
ISBN 9783938767719
Gebunden, 1095 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Auf der Flucht vor einer immer komplexer, immer unverständlicher werdenden Welt begibt sich ein Mann in den Wald, direkt auf das Terrain einfacher Wahrheiten und altbewährter, fundamentalistischer - sprich: sexistischer, rassistischer und religiöser Positionen. Sein Weg zum finsteren Herzen des Waldes, da er mit sich und der Welt in Einklang zu leben hofft, entwickelt sich immer mehr zum Höllentrip in die Abgründe der menschlichen Seele. Links und rechts des Weges harren seiner Abenteuer von manchmal märchenhaften, manchmal mythischen, selten banalen Ausprägungen. Philosophische Überlegungen, etwa die Praxis der Jagd betreffend, sind ihm Mittel zur Erbauung, doch über den Umweg der Sprache, in die er seine Gedanken zu kleiden versucht, hält der zersetzende Virus der Komplexität wieder Einzug in seinen Geist und zieht ihm vollends den Boden unter den Füßen weg. Orientierungslos in einer fragmentierten Welt wird er wohl noch ewig und drei Tage lang im Kreis herumwandern müssen, ohne jede Aussicht auf Erlösung, ohne die kleinste Verschnaufpause, ohne Halt ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2010

Samuel Moser ist ein aristokratischer Leser im Sinne von Roland Barthes. Er hält inne beim Lesen, wiederholt, lässt sich Zeit. Und liest schon mal gegen das, was der Autor ihm anbietet: Schrifttypen, Unterstreichungen, Klammern, Anstreichungen, Gedankenstriche. So gelesen wird der Text von Ulrich Schlotmann für Moser ein Gang in den Sprachwald, kaum wiederzugeben, was dabei rumkommt. Eine Art Enzyklopädie sei das, schreibt Moser, weil Wald hier meint, was auch außerhalb des Waldes vorkommt. Neben Räubern, Hexen, Schraten, Pilzen, Tieren, Bäumen (klaro), Joggern, Jägern, Hütten und so weiter. Wenn Schlotmann das alles gut durchmischt und von Baumrindengraffiti über Jahrringe zu Kant, zur Quantenphysik kommt, Wörter, Klänge, Gesten sammelt, weiß Moser bald nicht mehr, geht?s um die Dinge oder um ihre Darstellung? Der Erzähler kommt nicht zu sich selbst, die Sprache trifft daneben. Aber Moser gefällt das.

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