Kurt Pahlen

Ja, die Zeit ändert viel

Mein Jahrhundert mit der Musik
Cover: Ja, die Zeit ändert viel
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2001
ISBN 9783421054623
Gebunden, 624 Seiten, 30,58 EUR

Klappentext

Kaum jemand tat so viel für die Musik wie Kurt Pahlen; kaum jemand, der nicht seine Liedersammlungen, seine Operneinführungen kennt. Auf der ganzen Welt erleben Menschen seit Jahrzehnten Kurt Pahlen als Organisator, Dirigenten und Erzähler. Nun berichtet Kurt Pahlen von den Stationen seines langen Lebens: Frühe Kindheit in Wien, Berlin in den frühen 1920er Jahren, wieder Wien in den 30ern, Buenos Aires und Montevideo von den 1940er bis 60er Jahren und schließlich seit den 1970er Jahren Zürich. Es entsteht ein Panorama des 20. Jahrhunderts: von Kriegen und Revolutionen in Europa und Lateinamerika, vom Kampf um Gerechtigkeit und Überleben, von den großen und kleinen Erlebnissen mit der Musik, von Freundschaften über Kultur- und Staatsgrenzen hinweg, von Entzweiung und Verständigung und vor allem von der großen Kraft der universalen Sprache: der Musik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2001

Thomas Fischer erweist sich als Mann der klaren Worte, wenn er am Ende seiner Rezension die Prognose wagt, dass die Zeit auch "über dieses geschwätzige, aufdringliche und kitschige Buch hinweggehen" wird. Zwar findet Fischer manche Passagen des Buchs durchaus spannend, doch insgesamt stört er sich sehr an so manchen Ausschweifungen (etwa wenn Pahlen über 65 Seiten vom Spielplatz seiner Kinderjahre in Neu-Schmargendorf erzählt) oder auch an Stilblüten, bei denen der Rezensent allerdings nicht sicher ist, ob dafür Pahlen selbst oder eher seine Ghostwriterin Rosmarie König verantwortlich ist. Fischer bescheinigt dem Buch ein "Werk alter Schule (zu sein), linear und im gemütlichen Parlando erzählt, gewürzt mit dem typischen Wiener Schmäh". Zwar geht der Autor, so Fischer, hier auch auf ernsthafte Themen ein, wie Emigration oder Schicksalsschläge. Doch summa summarum enthält das Buch für seinen Geschmack zu viel Überflüssiges, wie Anekdoten über Pahlens erste sexuelle Erfahrungen, Informationen über seinen Hund oder "aufdringliches name dropping".
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