Das ist geil, das ist heiß, das ist ... cool! Unsere Kultur gefriert. Was passiert mit uns in "Zeiten wie diesen, in denen wir irrsinnig gut mit Technik umgehen, alles Mögliche professionell handhaben, nur eines wird immer katastrophaler: das Leben?" fragt Kultur- & Lifestyle-Philosoph Ulf Poschardt und macht eine ausgedehnte und hellsichtige Expedition in die Kälte unserer Gesellschaftsordnung, in die wohl erste soziale Eiszeit in der Geschichte der zivilisierten Menschheit.
Josef Früchtl stimmt dem Autor zwar in dem Punkt zu, dass es in einem solchen Buch nicht darum gehen kann, "eine präzise Definition" für das Wort "cool" zu liefern. Doch deutet der Rezensent an, dass das, was Poschardt hier vorgelegt hat, nämlich "die herumstreunenden Bedeutungen von 'cool' einzusammeln" dann doch zu wenig ist. Früchtl diagnostiziert in diesem Band ein Übermaß an Stereotypen, eine recht wilde Plünderung der abendländischen Kulturgeschichte (von Kafka über Warhol bis zu "Extremsport in Eis und Schnee") sowie eine Ansammlung von "Sätzen aus der großrhetorischen Retorte".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Was ist eigentlich Coolness? Der Autor, schreibt Wolfram Schütte, sagt es mit Geistesgegenwart. Film, Mode, Popmusik, aber auch die hohe Kultur von Literatur, Malerei und Philosophie streife Poschardts mit Adorno, Heidegger, Luhmann und Deleuze liebäugelnder Blick. Dass der Autor, "Kartograph der Kältepole", wie Schütte ihn liebevoll nennt, mal kritisch-distanziert, mal affirmativ durch die Hochs und Tiefs cooler Ästhetiken und Lebenshaltungen wandert, um letzten Endes "so widerspruchsvoll und illusionslos" zu enden, wie es seinem Gegenstand entspricht, scheint dem Rezensenten ein wenig Sorgen zu bereiten. Doch die sind wie weggeblasen, "wo er seine phänomenologische Analytik auf Einzelobjekte richtet", auf Jimi Hendrix und Adorno, Heidegger und Tom & Jerry.
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