Aus dem Englischen von Yamin Rauch. Seit es sich herumgesprochen hat, dass die fetten Zeiten vorbei sind, werden wir von Büchern bombardiert, die uns beibringen wollen, wie man den Gürtel enger schnallt. Die meisten halten Ratschläge feil, die ihren Namen nicht verdienen. Ja, Radfahren ist billiger als Autofahren, Kartoffelsuppe günstiger als Hummer, und Urlaub braucht nur der, dessen Alltag unbefriedigend ist. Hier ist nun endlich ein Buch von anderem Kaliber, das man getrost als Klassiker der Aussteiger-Literatur bezeichnen kann. Geschrieben von einem Mädchen, das im Alter von 18 Jahren mit ihrem Vater, den sie "The Old Fool" nennt, auf ein Stückchen Land in Philadelphia zieht und dort ein Leben als Selbstversorger aufbaut. Ohne jeden ideologischen oder missionarischen Geist, aber mit großem Witz schildert Dolly ihre Tagesaktivitäten und Maximen, die größtenteils der physischen und psychischen Erbauung gewidmet sind. Zum Essen werden Hasen und Hühner gezüchtet, geschlachtet und zubereitet, Fische gefangen und Gemüse eingelegt, zum Trinken und als Medizin gegen fast alle Zipperlein gibt es selbst gebrannten Schnaps.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.03.2011
Als Ratgeber fürs Aussteigerleben kann Christian Welzbacher dieses Buch nicht ernst nehmen, und zu seinem Kummer taugt es nicht einmal dazu, als "Parodie" gelesen zu werden. Die unter dem Pseudonym "Dolly Freed" auftretende Autorin plädiert in ihrem vor 22 Jahren im amerikanischen Original erschienenen Leitfaden dafür, sich dem Konsumleben zu entziehen und schwärmt von ihrem glücklichen Aussteigerleben als autonome Selbstversorgerin, erklärt der Rezensent. Davon abgesehen, dass die Tipps zur Lebensführung hierzulande nicht denkbar sind (wer kommt schon an Schnappschildkröten für die Ernährung heran?) und die Zahlen und Fakten absolut veraltet sind: das Buch liest sich vor allem als die Beschreibung des "tumben Urzustands" weißer spießiger Mittelklasse-Amerikaner, die versuchen, der Ölkrise der 1970er Jahre etwas entgegenzusetzen, spottet der Rezensent, der das Buch schlicht als Blödsinn abtut.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…