Udo Marquardt

Spaziergänge mit Sokrates

Große Denker und die kleinen Dinge des Lebens
Cover: Spaziergänge mit Sokrates
C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN 9783406421631
Paperback, 191 Seiten, 8,90 EUR

Klappentext

Dass Philosophie nicht unbedingt trocken, akademisch und schwer verständlich sein muß, das beweist Udo Marquardt in seinem Buch "Spaziergänge mit Sokrates" auf überzeugende Weise. Mit philosophischen Skizzen - darunter auch einer Philosophie des Fernsehens oder des Frühstücks - eröffnet er unterhaltsam und zugleich fundiert einen unkonventionellen Zugang zur Philosophie. Dabei wird deutlich, was oft vergessen wird: dass Philosophie, wenn sie gut ist, sich nicht nur auf das Leben und seine Probleme bezieht, sondern zugleich ihren Ausgangspunkt im Leben konkreter Menschen nimmt. Mit einer gesunden Dosis Ironie berichtet der Autor wenig bekannte Details und Anekdoten der großen Gestalten der Philosophie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.07.2001

Was zunächst als flotte Dreierbesprechung von Tom Morris' "Philosophie für Dummies" (MITP-Verlag), Udo Marquards "Spaziergänge mit Sokrates" (C. H. Beck) und dem "Schnellkurs Philosophie" von Günter Schulte (DuMont) erscheint, ist in Wahrheit ein allgemeiner Überblick des Rezensenten über "Spaziergänge und Schnellkurse auf dem Feld der Philosophie". Derart bedeutend scheinen Kants große Fragen wieder zu sein, dass Manfred Geier geradezu einen Boom an Büchern konstatieren möchte, die sich der Aufgabe widmen, Philosophie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Geier stellt einige Imperative zusammen, nach denen die Bücher des "neuen Genres Philosophie Light" sich richten: Philosophie muss lustig sein, Lebenshilfe möglichst (gewährt etwa durch den weisen Sokrates als Ratgeber im Band von Udo Marquard), Philosophie soll unterhalten (Morris' "Philosophie für Dummies", erklärt der Rezensent, biete allen Stoff, um auf Partys mit entsprechendem Wissen zu glänzen) und schließlich müssen philosophische Bücher der neuen Art auch kurz und bündig sein - man hat doch nicht so viel Zeit. Günter Schultes "Schnellkurs" sei da genau das Richtige, meint Geier und zitiert den Autor mit einem schlagenden Argument: Der Lektüreaufwand seines Buches, gibt er zu verstehen, sei derart gering, dass niemand befürchten müssen, darüber zu sterben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.05.2000

Ralf Grötker nimmt in seiner Rezension vier Bücher unter die Lupe, die vor allem den jungen Laien in die Welt der Philosophie einführen wollen.
1) Friedhelm Moser: "Kleine Philosophie für Nichtphilosophen"
Zu diesem Buch hat Grötker rein gar nichts Gutes anzumerken. Er kritisiert das "Episodische", über das der Autor selten hinauskomme und die Unvermitteltheit, mit der die Themen zusammengestellt seien. Der Rezensent ist unangenehm berührt von dem "auftrumpfenden Dilettantismus", und die vielen eingestreuten Anekdoten ärgern ihn vor allem deshalb, weil daraus nur sehr "magere Überlegungen" folgten.
2) Udo Marquardt: "Spaziergänge mit Sokrates"
Auch ein Verriss. Der Autor wolle allenfalls unterhalten, was ihm aber nur bedingt gelinge, stellt Grötker erbost fest. Besonders ärgerlich findet es der Rezensent, dass das Buch weniger Philosophie als biographische Anmerkungen zu großen Philosophen zu bieten habe, und manchmal sieht er sich sogar mit "Quatsch" konfrontiert.
3) Werner Schneiders: "Wieviel Philosophie braucht der Mensch?"
Auch dieses Buch kann Grötker nicht überzeugen. Es sei "etwas beliebig", zu viele Fragen würden zu oberflächlich behandelt. Besonders die häufige "Verkündung von Binsenwahrheiten" erregt seinen Unmut. Zudem enthalte sich der Autor allzu stark "pointierter Ansichten oder Thesen" und nach Stringenz suche man vergebens, so der enttäuschte Rezensent.
4) Fernando Savater: "Die Fragen des Lebens"
Hier endlich entdeckt Grötker "einigermaßen klare und begründete Positionen", und er freut sich an der "kenntnisreichen und stringenten Aufbereitung" der einzelnen Themen. Obwohl ihm das Buch zuweilen etwas zu oberlehrerhaft daher kommt, ist es insgesamt eher von einem "tastenden Ton" geprägt, so der Rezensent anerkennend.