Tracey Emin

Strangeland

Cover: Strangeland
Blumenbar Verlag, Müchen 2009
ISBN 9783936738520
Gebunden, 238 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sonja Junkers. Stracey Emin staunt darüber, auf der Welt zu sein. Macht prägende sexuelle Erfahrungen. Und hat mit fünfzehn das Gefühl, schon alles erlebt zu haben. Doch das ist erst der Anfang der Reise eines wilden romantischen Mädchens, das seine Unschuld längst verloren hat. Strangeland ist das Selbstporträt einer schillernden Frau und radikalen Künstlerin.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2009

Wer sich für zeitgenössische Kunst oder auch nur für ihre medienwirksame Inszenierung interessiere, sei an Tracey Emin in den letzten Jahren kaum vorbei gekommen, schreibt Rezensentin Kerstin Stremmel. Auch dieses "autobiografische Textkonglomerat", das sich, so die Rezensentin, aus bereits veröffentlichten "Texten mit teilweise rasanten Perspektivwechseln, poetischen Passagen, Träumen und radikal realistischen Details" zusammensetze, funktioniere ähnlich wie Emins Kunst, wo Werk und Leben trennbar seien. Und wie bei Enins Kunst frage man sich daher bald auch beim Lesen dieses Buchs, "wie authentisch Arbeiten wie diese sind" und ob sie über eine reine Wiedergabe des Erlebten überhaupt hinausgehen. Auch sind die Texte von einer, für die Rezensentin schwer zu ertragenden Emotionalität. "Es ist eine hermetische Welt, die Emin, literarisch nicht sonderlich anspruchsvoll, konstruiert", lesen wir außerdem. Auch wenn das Buch der Einschätzung der Rezensentin zufolge Tracy Emins Kultstatus "konsolidieren" wird.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.05.2009

"Wie das Drehbuch eines britischen Drogenfilms" liest sich die Autobiografie der Künstlerin Tracy Emin aus Sicht von Rezensentin Chris Kröver, und zwar derart "surreal und flüssig", dass sie das Umblättern kaum erwarten kann. Nicht nur, dass diese Geschichte einer Jugend vor schmutziger Tragik strotzt. Auch diejenigen, die sich für Popfeminismus interessieren, kommen aus Sicht der Rezensentin (und Mitbegründerin des feministischen Popmagazins "Missy") auf ihre Kosten. Denn selbst wenn die britische Künstlerin sich selber gegen dieses Label wehre, könne ihre "Selbstabrechnung" doch in vielen Punkten als feministisch gelesen werden - speziell dort, wo sie über Männer oder ihre Abtreibungen spreche. Auch sei das Buch ein Exempel des berühmten Leitmotivs, demzufolge das Private politisch sei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2009

Und wenn sie bloß erfunden wäre, müsste man sie dennoch lesen: Als radikale wie zarte, in jedem Fall mutige Literatur, findet Rose-Maria Gropp emphatisch am Ende ihrer Besprechung. Für Gropp ist Tracey Emins im Original bereits 2005 erschienene, jetzt überarbeitet und übersetzt vorliegende Autobiografie "wahnwitzig" in ihrer die Rezensentin mehr als einmal das Fürchten lehrenden extremen Art, inhaltlich wie formal. In den drei "Motherland", "Fatherland" und schließlich "Traceyland" überschriebenen Kapiteln begegnet die Rezensentin Brutalität und Zärtlichkeit, Lakonie und Poesie gleichermaßen. Eine trostlose Kindheit, eine von schrecklichen Ereignissen geprägte Adoleszenz. Gropp wundert sich nicht, dass die Sprache "manchmal vulgär" ist. Erkennt Gropp hier ihre Distanz schaffende Kraft, staunt sie an anderer Stelle wiederum über ihre unvermittelte Zartheit - Sprache als "Ahnung der Rettung". Bei allem Auf und Ab sieht Gropp eine sympathische Konstante: den Respekt und die Liebe für die gegen alle Widrigkeiten kämpfende Mutter dieser wichtigen Künstlerin.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.03.2009

Elisabeth Raether schreibt eine schöne Eloge auf die Autobiografie der britisch-zypriotischen Künstlerin Tracey Emin, für die - wie bei keiner zweiten ihrer zeitgenössischen Kolleginnen - Kunst und Leben zusammenfallen und deren radikaler Ansatz, mit dem sie vor 20 Jahren begann, einen neuen Typus hervorgebracht hat, wie Raether vermerkt, in dem sich alles verbinde: "Politik und Psychologie, Kunst und Pop, Kultur und Nachtleben, Feminismus und Mode, Subkultur und Mainstream". Anekdotenhaft und als lose aneinander gereihte Episoden erinnert sich Emin an ihren bisherigen Werdegang, von der vaterlosen sex- und alkoholgeschwängerten Jugend in Südengland bis zur Verleihung des Turner-Prize, von körperlichen und seelischen Zusammenbrüchen bis zu peinlichen Fernsehauftritten. Dass Emins künstlerischer Umgang mit ihrem Körper inzwischen Schule gemacht hat, sei ja nicht ihr Problem, meint Raether, die sich mit dem Buch anscheinend gut unterhalten hat.
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